Einzelstück 
Broschüre über "Das Lehrer Pädagogium der Stadt Wien"
Entstehung
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sich denken; daß er es nicht beantworten konnte, ist ebenfallsselbstverständlich; daß er trotz aller Hindernisse in seinem red-lichen Streben nicht ermüdete, gereicht ihm zu ewiger Ehre. Vorder Hand mußte er dem Kampfe eine andere Richtung geben.Die Fronte des feindlichen Lagers war vermöge derunverrück-baren Principien" unnahbar. Da entschloß man sich zu einemFlankenangriff. Noch in derselben Sitzung, in welcher der ab-weisende Ministerialerlaß zur Verlesung kam (am 30. Nov. 1866)stellte Dr. Schrank folgenden wichtigen Antrag:Es sei inErwägung zu ziehen, ob es nicht den Intentionen des Gemeinde-rathes am nächsten stünde, den für das Pädagogium bestimmtenBetrag zur Entsendung von Wiener Volksschul-lehrern an die besten pädagogischen Anstalten desIn- und Auslandes zu verwenden". Dieser Antragwurde vom Plenum der Schulsection zur Vorberathung über-wiesen.

Noch vor Ablauf des Jahres 1866 kam in maßgebendenKreisen die Ueberzeugung zum Durchbruch, daß die Staatsre-gierung in neue Bahnen geleitet werden müsse, was einen Wechseldes Ministeriums zur Folge hatte. Seitdem kam auch die-dagogiumsangelegenheit wieder in Fluß. Die Rechts- und dieSchulsection des Gemeinderathes berieth, was gegenüber dersistirenden Verfügung des (zurückgetretenen) Ministeriums Belcredizu thun sei. Man entschloß sich zu einer Eingabe an das Unter-richtsministerium, welches damals unter interimistischer Leitungdes Justizministers von Hye stand. Am 4. April 1867 referirteDr. Hoffer Namens der Rechts- und Schulsection im Plenumdes Gemeinderathes, indem er den Entwurf einer Eingabe an dasMinisterium vortrug. Die Hauptpartieen dieser Eingabe warenfolgende: Es sei nicht nur in den Personen, sondern auch in denPrincipien der Regierung ein erfreulicher Wechsel eingetreten.