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verwendet. Befreiungen vom Schuldienste haben bisher nicht statt-gefunden.
6. Aus verschiedenen deutschen Ländern, wie aus mehrerenProvinzen Oesterreichs haben zahlreiche jüngere Lehrer der Di-rektion des Pädagogiums den Wunsch ausgedrückt, in die Anstalteintreten zu können. Die meisten mußten aber ihr Vorhaben auf-geben, indem sie keinen Urlaub erhielten und ihre Stellen einfachaufzugeben für zu gewagt hielten. Etlichen gelang es aber, inoder bei Wien Anstellung zu finden, und diese konnten auf eigenenfreien Entschluß in das Pädagogium eintreten. Hierzu kam eineAnzahl von Lehrern aus der Militärgrenze, welche von ihrer Be-hörde zu weiterer Ausbildung am Pädagogium Urlaub er-hielten, indem ihnen der Fortbezug ihrer Besoldung und überdiesmanche Unterstützungen gewährt wurden. Die Einführung dieserrühmenswerthen Praxis ist dem Herrn Reichskriegsminister Frei-herrn von Kühn zu verdanken, welcher gleich bei Eröffnung desPädagogiums drei Grenzlehrer und in jedem der beiden folgendenJahre wieder drei in die Anstalt entsendete. Als hernach dieVerwaltung der Militärgrenze an das General - Commando vonAgram überging, gestalteten sich die Verhältnisse noch günstiger,indem der schulfreundliche Chef desselben, der commandirendeGeneral Freiherr von Mollinary, nicht nur die bereits an dasPädagogium entsendeten Grenzlehrer, soweit sie nicht bereits ihreStudien beendet hatten, an der Anstalt beließ, sondern auch inden beiden letzten Jahren noch neun andere zu gleichem Zweckeund unter gleichen Begünstigungen beurlaubte. Das Schulwesender Militärgrenze nimmt überhaupt unter der Leitung dieses aus-gezeichneten Mannes einen höchst erfreulichen Aufschwung, und dieGeschichte wird einst die Anerkennung bestätigen, welche seinerWirksamkeit schon heute von der kroatischen Lehrerschaft gezolltwird. Diejenigen fünf Lehrer aus der Militärgrenze, welcheden Cursus des Pädagogiums bereits absolvirt haben, wirken seit-dem in ihrer Heimat theils als Schulinspectoren, theils als Pro-fessoren an der Lehrerbildungsanstalt zu Petrinia. — Auch aus