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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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man bei der Bearbeitung des Bodens den Pflug ver­wenden kann.

Bei der Zuckerrohrfabrikation hat man die herrlich­sten Resultate erzielt durch die Anwendung der Dampf­kraft, um den Sirup bei niederer Temperatur zu kochen, und der Turbinen zur forcirten Klärung der crystallisir­ten Massen.

Ausgezeichnete Resultate werden auch aus der Cultur der Baumwollenstaude erzielt, die sich vorzugsweise für kleinere Landbauer eignet, hauptsächlich deshalb, weil sie kein grosses Capital in Maschinen erfordert. Die Produktion der Baumwolle hat bedeutend zuge­nommen in Folge des guten Preises, den sie auf den Märkten erreicht, und in Folge des durch die Eisen­bahnen erleichterten Transportes.

Es ist anzunehmen, dass sie sich noch mehr entwickeln wird, sobald unsere Eisenbahn- Linien sich nach den Central- Punkten verlängern.

Auf einem Hectare Land ist Raum für 4.545 Baum­wollenstauden, welche 147.1 Arroben( 2.160 Kilogr.) rohe Baumwolle geben je nach der Qualität des Bodens.

Ein Arbeiter besorgt ohne grosse Anstrengung 3 Hec­taren mit Baumwolle und Welschkorn bepflanzten Landes und hat somit eine jährliche Einnahme von Rs. 810$ 000, wenn man den im Innern des Landes gewöhnlichen Preis von 125 Reis per Kilogramm annimmt.

Die Wein- Cultur ist noch ein neuer Zweig der land­wirthschaftlichen Industrie, welcher sich in grösserem Maasstabe zu entwickeln verspricht, und der schon in den Provinzen S. Paulo und S. Pedro do Rio Grande de Sul ermuthigende Resultate ergeben hat.

Auch in dem Municipio Nova- Friburgo, in der Pro­