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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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vinz Rio de Janeiro, und in einigen der südlichen Municipien von Minas- Geraes hat man die Wein- Cultur angefangen.

In São Paulo hat man eine grosse Anzahl verschie­dener Arten, amerikanische und europäische, der Vitis Vinifera acclimatisirt.

Im letztvergangenen Jahre sind dort ungefähr 800 Fässer( 320.000 Liter) Wein fabrizirt, der zu 130$ 000 bis 400$ 000 per Fass verkauft worden ist. Man hat an vielen Orten die Beobachtung gemacht, dass 1.000 Rebstöcke 10 Fass oder 4.000 Liter geben können.

In der Provinz São Pedro do Rio Grande do Sul werden, nur auf der Ilha dos Marinheiros und in den Colonien, jährlich mehr als 1.000 Fass oder 400.000 Li­ter Wein produzirt, wozu hauptsächlich die amerika­nische Traube verwendet wird.

Obwohl dieser Wein noch nicht von bester Qualität ist, so wird er doch in den Provinzen, welche ihn fabri­ziren, vollständig consumirt, weil er wegen seiner Rein­heit vielen der importirten Weine vorgezogen wird.

Hauptsächlich im Municipium der Hauptstadt von S. Paulo lässt man sich angelegen sein, die Weinfabri­kation zu verbessern dadurch, dass man neue Arten Weinreben einführt und bessere Fabrikations- Prozesse anwendet.

Ein anderer Export- Artikel, woraus sehr bedeutende Vortheile erwachsen können, ist die in Europa schon bekannte und beliebte Tapioca; bis jetzt wurde davon hauptsächlich aus den Provinzen Maranhão und Pará exportirt. scie

Sie wird aus den Manioc- Wurzeln( Manhiot utilis­sima), der Familie der Euphorbiaceen angehörig, von