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Die Staatswaldnngen, welche unter unmittelbarer Aufsicht der Regierung stehen, liegen auf dem Berge Corcovado und auf den höchsten Punkten des Berges Tijuca; erst seit wenigen Jahren angelegt, befinden sie sich schon in sehr befriedigendem Zustande.
Nur auf dem Tijuca- Berge gedeihen schon 60.000 sehr entwickelte Bäume von den kostbarsten Holzarten und etwa 6.000 in Baumschulen.
Alle diese Waldungen werden in verschiedenen Richtungen von Chausseen und Kunststrassen, welche hedeutend frequentirt zu werden anfangen, durchschnitten.
Die Versorgung der Stadt mit Trinkwasser wird durch Ableitungs- und Vertheilungsröhren bewirkt, welche die Gesammtlänge von 54,5 Leguas( 360 Kilometer) haben, und täglich für jeden Bewohner 26,2 Canadas( 70 Liter) Wasser liefern.
Neue und grössere sind in Aussicht genommen, um die gegenwärtige Bevölkerung und die künftigen Geschlechter in erhöhtem Maasstabe mit diesem Element zu versehen, wozu der, wenige Meilen von der Stadt, den hohen Gebirgen entströmende Reichthum des trefflichsten Wassers benutzt werden soll.
Nach Ausführung dieses Planes wird die Stadt Rio de Janeiro eine der in dieser Beziehung am besten versorgten sein.
Für das gegenwärtige Bedürfniss wurde vor mehr als einem Jahrhundert die Wasserleitung von Carioca erbaut, ein colossales Werk von mehr als 1,36 Leguas ( 9 Kilometer) Länge, welches das Thal zwischen dem Santa Thereza und dem Santo Antonio Berge, auf einem 80 Spannen( 17,6 Meter) hohen Bogengange überschreitet.
Auf den Strassen der Residenz und der Vorstädte stehen 760 Pfeiler, mit Röhren und Hähnen versehen, wovon