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Die k. k. Hof- und Staatsdruckerei : 1804 - 1904 ; [zur Feier des einhundertjährigen Bestandes der k. k. Hof- und Staatsdruckerei] / [Text.: Arthur Wilh. Unger...]
Entstehung
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werden* Schon wenige Wochen nach dem mit Degen abgeschlossenen Kontrakt begann unter dessen Leitung und unter der Aufsicht der allgemeinen Hofkammer die Tätigkeit der neuen Anstalt, welche in dem, dem Ärar überlassenen Teil des Franziskanerklosters in der Singerstra§e ihre Unterkunft zugewiesen erhalten hatte» Nach den Materien der Druckarbeiten zerfiel dieselbe in eine geheime, in erster Linie zur Herstellung der Staatskreditpapiere bestimmte, und in eine öffentliche Abteilung; erstere arbeitete zunächst mit sieben, letztere mit zwölf Pressen» Da jedoch dringende Aufträge sich einstellten und in rascher Folge mehrten, erwarb Degen von der Schulbücher- Verschleifj-Administration und von Privatbuchdruckern eine weitere Anzahl von Pressen, so da§ zu Beginn des Jahres 1805 schon dreißig in Tätigkeit standen und das Arbeitspersonal einhundert Köpfe zählte, welcher Stand sich nach einigen Schwankungen zu Ende des Jahres 1807 nahezu verdoppelte»

*SlrtrTj|ie schweren Kriegszeiten, welche den österreichischen Kaiserstaat in jener Periode heimsuchten, brachten auch dem jungen Unternehmen der Staatsdruckerei mancherlei Bedrängnis» Schon im ersten Jahre ihres Bestands mu^te die geheime Abteilung der Anstalt zur Sicherung vor den Franzosen nach Pest verlegt, nach ihrer Rückkehr im Jahre 1809 neuerlich nach Ungarn übertragen und in Gro§wardein etabliert werden* Da§ im gleichen Jahre die Staatsdruckerei auch an der Aufstellung der ambulanten Felddruckerei beteiligt war, welche die erste Relation über den bei Aspern erfochtenen Sieg in die Öffentlichkeit brachte und zumeist in Gaunersdorf und Budwit; arbeitete, soll hier als Epi­sode aus jenen Kriegsjahren nicht unerwähnt bleiben« Die Schwierig­keiten, mit denen die Druckerei zu kämpfen hatte und zu denen auch die auf dem Arbeitsmarkt sich empfindlich geltend machende Teue­rung der Kriegszeiten hinzukam, veranlagten Degen, welcher an einem Prosperieren des Unternehmens zweifelte, zu Beginn des Jahres 1810 um Auflösung seines Kontrakts zu bitten; wenn er sich gleich­wohl durch den Hinweis auf die Notwendigkeit des weiteren Bestands der Staatsdruckerei bestimmen lie§, von seinem Vorhaben abzustehen, war dies ein Beweis opferwilliger Ausdauer, der auch durch seine Erhebung in den Adelsstand mit dem Prädikatevon Elsenau, welcher nach einigen Jahren die Verleihung des Ritter­stands folgte, huldvolle Anerkennung fand« Als sich der Zeitraum, für welchen der Kontrakt mit Degen abgeschlossen worden war, seinem Ende näherte, fanden eingehende Beratungen über das fer­nere Schicksal der Staatsdruckerei statt« Obschon die k* k» geheime

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