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Die k. k. Hof- und Staatsdruckerei : 1804 - 1904 ; [zur Feier des einhundertjährigen Bestandes der k. k. Hof- und Staatsdruckerei] / [Text.: Arthur Wilh. Unger...]
Entstehung
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die Hof- und Staatsdruckerei ihren Weltruf und erhielt sie hier durch einstimmiges Urteil der Jury allein unter allen ausstellenden typographischen Instituten die höchste Auszeichnung, die Council- Medal* Auch auf der Weltindustrieausstellung zu Paris im Jahre 1855 errangen die Leistungen der Hof- und Staatsdruckerei, neben typo­graphischen Arbeiten waren hier wie in London auch Holzschnitte, Kupfer- und Stahlstiche sowie Photographien ausgestellt, das höchste Lob, indem ihnen neben jenen der kaiserlich französischen National­druckerei die gro§e goldene Medaille zu teil wurde* Die Münchener Gewerbe- und Industrieausstellung des Jahres 1854, die Industrie­ausstellung, welche im Jahre 1855 zu Amsterdam veranstaltet wurde, sowie die im Jahre 1862 zu London er öffnete Ausstellung für Agri­kultur, Kunst und Industrie, endlich die allgemeine photographische Ausstellung des Jahres 1865 zu Berlin, welche ebenfalls von der Hof- und Staatsdruckerei beschickt wurden, vermochten den Ruf der Anstalt nur zu festigen* Welchen Umfang die Tätigkeit der Staats­druckerei angenommen hatte, kann daraus entnommen werden, da§ die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 109 im Jahre 1841 auf 254 im Jahre 1845 und auf 859 im Jahre 1850 stieg, wie für die Arbeiten der Druckerei in diesen drei Jahren 8000 beziehungsweise 24*000 und 200*000 Ries Papier benötigt wurden; die größte Ausdehnung des Betriebs fiel aber in das Dezennium von 1851 bis 1860, in welcher Zeit der Stand der beschäftigten Arbeiter mitunter bis über tausend Köpfe anwuchs, so da§ wiederholt räumliche Erweiterungen der Anstalt durch Auf- und Zubauten vorgenommen werden mußten* Das Projekt eines Neubaues, welches im Jahre 1859 ventiliert wurde, 1t® kam nicht zur Ausführung* / 2^ / 2L^ / 3L35'SLZ5 / iL^5 / 3L

r v **«uf dem praktischen Nutzgebiet äußerte sich die

gesteigerte Leistungsfähigkeit des Staatsinstituts durch Befassung mit amtlichen Arbeiten in einem Umfang, wie dies vordem nicht möglich gewesen wäre* Im Jahre 1842 wurde die Lottodirektions­druckerei aufgelöst und wurden ihre Arbeiten der _Staatsdruckerei überwiesen; hierauf wurde die Her­stellung aller Staatskreditpapiere und Geldsorten, sowie der sämt­lichen Postwertzeichen für den ganzen Bedarf der Monarchie in der Anstalt konzentriert* Im Jahre 1848 erhielt dieselbe die Drucklegung der Berichte über die Verhandlungen des Reichstages übertragen, zu welchem Zweck im November dieses Jahres eine eigene Druckerei­abteilung in Kremsier eingerichtet wurde. Bedeutungsvoll war auch die Anordnung, da§ die Staatsdruckerei die Veröffentlichungen der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften unentgeltlich herzustellen

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