habe, sowie die Begründung des Reichsgesetzblattes, welches in zehn Sprachen zu drucken war. Brachte der Druck und Verlag der kaiserlichen „Wiener Zeitung“, welchen die Hof- und Staatsdruckerei in den Jahren 1857 bis 1859 zu besorgen hatte, zwar nur eine vorübergehende Arbeitsvermehrung, so war es andrerseits ein Zuwachs dauernden und beträchtlichen Umfangs, der ihr kurze Zeit darauf mit der Zuweisung der Drucklegung der Protokolle des Reichsrats, sowie des n.-ö. Landtags zu teil wurde. Mehrfach wurde die Staatsdruckerei zur Einrichtung eigener Druckereiabteilungen in Anspruch genommen, wie solche bei Verwaltungs- und Gerichtsbehörden, sowie bei dem Reichsrat zur rascheren Bewältigung der Druckarbeiten zumeist für lithographische Drucksachen etabliert und bis zum Jahre 1865 aufrecht erhalten wurden, wie denn ihre Wirkungssphäre überhaupt sich in dieser Periode nicht auf Wien allein beschränkte. Die von der französischen Regierung im Jahre 1805 in Mailand gegründete, sodann im Jahre 1815 von Österreich übernommene und fortgeführte Staatsdruckerei blieb zwar von der Wiener Anstalt unabhängig, dagegen war die Lemberger Ararialdruckerei, welche im Jahre 1831 ins Leben gerufen bis 1870 bestand, während des Zeitraums 1848 bis 1853 und ebenso die von Wien aus im Jahre 1850 in Temesvar errichtete Staatsdruckerei, welche im Jahre 1866 wieder aufgelöst wurde, der Oberleitung Auers unterstellt. Als im Jahre 1851 vom Ministerium des Innern die Frage der Errichtung staatlicher Druckanstalten in den Kronlandshauptstädten aufgerollt wurde, unterstü^te die Hof- und Staatsdruckerei, der dieselben untergeordnet werden sollten, dieses Vorhaben, es sollte aber wegen der ablehnenden Haltung der meisten Landesstellen nicht zur Verwirklichung gelangen. In diesem Zusammenhang sei hier auch zweier Missionsdruckereien Erwähnung getan, deren Einrichtung durch die Hof- und Staatsdruckerei ermöglicht wurde, jener in
Jerusalem und in Chartum. as weitreichende Ansehen der Hof- und Staatsdruckerei war ein unbestreitbares persönliches Verdienst des Direktors Auer; die Aufgabe, die er sich beim Antritt seiner Dienstführung zum Ziele gesetzt hatte, hatte er in überraschend kurzer Zeit gelöst; jedoch sein nimmer rastender Geist konnte bei dem erzielten Erfolg nicht haltmachen, er drängte ihn zur Verwirklichung seiner idealen Bestrebungen und damit zu immer weiter ausgreifender Tätigkeit. So kam es, da§ er die Staatsdruckerei in mancher Richtung auf Bahnen lenkte, welche zwar ihren Ruf als Kunstinstitut seltener Vielseitigkeit verbreiteten, andrerseits