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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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[.3t. von unserer Seite ganz im Anfange der Sache geschrieben wurde. Da er die Sache so warm aufgefaßt, haben wir ihm auch nach London einen kurzen Brief geschrieben, in welchem wir ihm Abschrift Thres und Enfantins Briefes schicken und sagen: obgleich Europa erschüttert sei, seitdem wir ihn die ersten Eröffnungen über die Angelegenheit gemacht, so werde die große Angelegenheit, für welche er sich so warm interessiert hätte doch nicht vergessen; wir hielten uns für verpflichtet ihm Bericht zu erstatten als Beweis, daß es noch in der Welt ein Gefühl giebt, welches Gutes im treuen Andenken bewahrt.

Nicht nur ist es uns erfreulich, dem Manne, der gewiß viele Be­weise von Undankbarkeit erfahren hat, zu zeigen, daß wir, obgleich weit entfernt zu seiner Partei zu gehören, doch dankbar erkennen, was er getan um unsere Pläne zu fördern, sondern wir glauben auch, daß er vielleicht doch irgendwo in England Gelegenheit finden wird seine Stimme zu Gunsten des Canals zu erheben und so vielleicht auch in der Ferne der guten Sache dienen könnte.

Mit Zittern erwarten wir die Wiener Briefe! welche schauderhafte Lage! Ich habe der Frau von Effinger geschrieben und sie aufgefordert mit ihren Manne zu uns zu flüchten, wir können sie aufnehmen ohne uns im geringsten zu genieren, wenn Sie in Wien sein sollten, bitte ich Sie, ihr zuzureden meine Aufforderung ohne alles Bedenken an­zunehmen. Ich vermute zwar, auch Sie werden nicht in Wien sein. Hier genießen wir vollkommene Ruhe. Unsere National Garde ist vortrefflich und würde einen Krawall wünschen, um Gelegenheit zu finder den Unruhestiftern bitteren Ernst zu zeigen. mit aufrichtiger Ergebenheit der Ihrige

Dufour.

An Negrelli.

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Leipzig, 13. März 1849.

Geehrter Herr und Freund!

Seit recht langer Zeit bin ich des Vergnügens beraubt, von Ihnen Nachrichten zu erhalten.

Das in seinen Grundfesten erschütterte Oesterreich scheint dem Phönir gleich mit verjüngter Kraft aus seinen Prüfungen hervor= zugehen. Der Entschluß, die verschiedenen Bestandteile der Monarchie zu einem einheitlichen Staate zusammen zu ziehen ist allerdings ein fühner Schritt; ich hoffe aber, der Erfolg wird ihn rechtfertigen.