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An Negrelli.
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Derehrtester Freund!
Paris, 28. Juni 1856.
3wei Mal war ich heute früh bei Ihnen und da ich heute Abend abreise, ohne zu wissen, ob ich Sie noch antreffen werde, schreibe ich Ihnen um Ihnen Adieu zu sagen.
Die Suez Sache scheint mir in ein gutes Geleise zu kommen und de Lesseps Verdienste um den Fortschritt sind nicht zu verkennen, aber im Finanzpunkt ist die Sache noch ganz unreif, de Lesseps ist auch nicht in der Stellung wie man auf Französisch sagt: de lancer l'affaire dans le monde financier.
Ein Geschäft von 2 bis 300 millionen Franken braucht aber einen tüchtigen finanziellen Pathen um zu gedeihen und an der Börse willig aufgenommen zu werden. De Lesseps schwebt in dieser Beziehung in Illusionen er sagt: j'ai plus de capitaux qu'il ne m'en faut; Diele Leute sagen: je prendrai des actions, je prendrai 10 Millions, je prendrai 20 Millions u. s. w. Bis aber die Leute die erste Einzalung geleistet haben kann man auf nichts rechnen, um aber die Einzahlungen hereinzubekommen, giebt es nur zwei Mittel:
A. Eine vorläufige Gesellschaft zu bilden, eigentlich eine wirkliche société d'études. Man sagt: wir sehen auf die bisher ge= wonnenen Erfahrungen rund daß 200 millionen Franken ge= braucht werden um die Sache zu vollenden. Wir wollen Aktien Promeßen ausgeben, deren Besitzer s. 3t. die wirklichen Aktien erhalten sollen.
Die wirklichen Aktien sollen s. 3. von fr. 500 sein. Wer jetzt 22 Pr. bezahlt erhält eine Aktien Promesse Comité wird seine Einzahlungen einschreiben
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das
wer die fer
neren Einzahlungen nicht leistet, verliert das durch die frühern Einzahlungen erlangte Anrecht.
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B. Oder aber man hält sich für weit genug vorgeschritten, um sofort zur Ausführung zu schreiten und dann muß man sich gleich constituiren, 6-10 pro Cent Einzahlung fordern um vor der ganzen Welt fertig dazustehen.
In beiden Fällen aber muß man ein vollständiges Statut und einen Comité fondateur bereit haben und erstern als Grundlage der