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Medusen gesunden wurden. Man schloß aus dieser und einigen anderen saunistischen Eigentümlichkeiten des Sees aus seinen früheren Zusammenhang mit dem Meere, wenn die Existenz von Ouallen im Kiwu auch nicht die gleiche bedeutsame Folgerung zuließe, da man hier eher an eine Verschleppung durch wasservögel denken müßte, so wäre sie doch von Interesse. Indessen muß ich sie für den Kiwu in Abrede stellen, denn weder auf unseren tage- langen Bootfahrten noch während unseres monatelangen Aufenthaltes in Kissenji, wohin oft eine heftige Seebrise stand, beobachteten wir diese Eiere. Und da Kandt angibt, die etwa bohnengroßen Ouallen nur einmal in zwei Exemplaren gesehen zu haben, was mit dem gewöhnlichen massenhaften Auftreten dieser Organismen nicht übereinstimmt, so möchte ich in diesem Falle an einen Irrtum des sonst vortrefflichen Beobachters glauben. Die kleinsten lebenden Seebewohner, die Plankton-Organismen, sind zwar quantitativ zahlreich, qualitativ aber äußerst einförmig. Es sind nämlich fast durchweg Lopepoden, mikroskopisch kleine Krebstierchen. Auch der Fischreichtum des Kiwu steht dem anderer afrikanischer Seen weit nach,- zumal die Armut an Arten — mehr als 10 dürften schwerlich in dem See leben — ist etwas sehr ausfälliges. Diese 10 Arten verteilen sich aus nur vier Familien, von denen die der Lichliden mit vier Arten am besten vertreten ist. Die sehr schmackhaften Fische erreichen die Größe eines mittleren Karpfens. Sie werden auch von den Eingeborenen geschätzt und vorzugsweise in Ueusen gefangen.
Unsere Fahrt von Wau nach Kwidschwi führte uns dicht an der Westküste der großen Insel entlang, die mit dichtem, aber niedrigem Urwald bestanden ist, in dessen grünem Einerlei hin und wieder ein paar Phönixpalmen eine dem Auge wohltuende Abwechslung bringen. Der große, prächtige Uiesenturaku, der Tharaktervogel Kwidschwis, und Scharen von Graupapageien tummeln sich in ihren Wipfeln. Gegen 2 Uhr mittags fanden wir in einer tief Angeschnittenen Bucht einen günstigen Landungsplatz. Ein paar Eingeborene standen am User. Erstaunt und furchtsam sahen sie auf die sich nahende Flottille. Sie warteten unsere Landung aber nicht ab, sondern verschwanden kurz vorher spornstreichs im Gebüsch. Da sprangen wie auf Kommando unsere Uuderer in das flache Wasser, rannten an Land und den Flüchtlingen nach. Mildbraed und ich befanden uns plötzlich allein in unseren Booten. Es dauerte indessen nicht lange, bis die Uuderer lachend und schwatzend zurückkamen und zwar mit den von den Eingeborenen