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Wald sich leicht erreichen lassen. Grawert hatte uns Tamate, den Unterhäuptling der Provinz Niainischi, als geeigneten Vermittler im Verkehr mit den Eingeborenen empfohlen und sofort schickten wir ein Boot fort, um ihn herbei zu bringen.
Die Bewohner Kwidschwis sind viel scheuer als die Uuandas. Infolge wiederholter Einfälle der Watussi betrachten sie jeden Ankömmling mit Mißtrauen. Ihre Zahl wird von Kandt aus zirka 20 000 geschätzt und zwar sollen sie sich aus allen Stämmen der Leeanwohner zusammensetzen, deren Angehörige die Insel als einen Zufluchtsort für solche ansehen, die aus irgendeinem Grunde der Heimat überdrüssig sind. Noch während der Herrschaft Luabugiris, des Vorgängers Iuhi Msingas, war Kwidschwi eine Provinz Uuandas, hat sich aber nach Luabugiris Tode von dem drückenden Joche der Watussi befreit und ist jetzt ein unabhängiges Sultanat unter der Oberhoheit Mihigos. Dieser meidet die Berührung mit Europäern und läßt nur durch seinen Unterhäuptling Tamate mit sich verhandeln. Die Insulaner sind eifrige Ackerbauer, Vieh besitzen sie wenig. Es sei ihnen von den Watussi geraubt, so erzählten sie uns. von den Wahutu, deren gedrungener, muskulöser Körperbau auch ihnen eigen ist, unterscheiden sie sich ausfällig durch ihre Haartracht. Die für die Wanjaruanda charakteristische halbmondförmige Frisur trifft man hier nicht mehr. Ltatt ihrer bedeckt den Lcheitel eine gleichmäßig lang gehaltene Haarplatte, die sich scharf gegen Schläfen und Hinterhaupt, die beide rasiert getragen werden, absetzt. Die Form ihrer Hütten und ihrer Kleidung, namentlich die der Weiber, stimmt dagegen mit denen der Wahutu überein. In der Umgebung unseres Zeltes fanden wir mehrere kleine Dörfer in Bananenhainen versteckt. Anfangs ließen sich ihre Bewohner nicht von uns erblicken und die Türen der Hütten waren sorgfältig verschlossen. Sehr bald aber wurden sie vertrauter. Unsere Beschäftigung, allerlei Kleingetier und pflanzen zu sammeln, erregte zwar ihre Verwunderung, überzeugte sie aber von dem friedlichen Tharakter unseres Besuches. Als ich drei oder vier Tage nach unserer Ankunft ein Dorf passierte, trat mir der Älteste entgegen, sagte „fambo mami" (Guten Tag, gnädiger Herr) und schlug sich mit der linken Hand auf den linken Oberschenkel und die Stirn und reichte sie mir. Dann wurde mir als Gastgeschenk ein Krug mit pombe und eine Traube Bananen gebracht, die ich bestens dankend annahm, um sie an meine Leute zu verteilen. Nun traten sehr freundliche Beziehungen zwischen uns und den Insulanern ein. Sie