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Ins innerste Afrika : Bericht über den Verlauf der deutschen wissenschaftlichen Zentral-Afrika-Expedition 1907 - 1908 / von Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg
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südöstlichen bezw. nordwestlichen Teil des sonst völlig ebenen, schwammigen Kraterbodens.

Glücklich hatten wir die größere Hälfte des Moores passiert, als plötzlich, fast aus heiterem Himmel, ein ungewöhnlich starker Hagelschauer und dichter Nebel einsetzten. Die Temperatur sank in wenigen Augenblicken auf 0 Grad herab. Und dann brach ein Zchneesturm los von einer Heftigkeit, wie ich sie im äquatorialen Afrika nicht für möglich gehalten hätte, wenn ich nicht

Hochgebirgsmoor mit Leriecio fotinstonii. Rarijsimbi.

selbst Zeuge geworden wäre. Kaum aber sahen meine schwarzen Träger den Schnee, da warfen sie auch schon die Lasten fort, legten sich in den Schnee und erklärten jammernd, daß sie sterben müßten, vergebens versuchte ich sie zum Weitermarschieren anzutreiben. Ich machte ihnen klar, daß das Liegenbleiben im eiskalten Sumpfwasser, noch dazu ohne den Schutz von Bäumen und ohne die Möglichkeit, Feuer machen zu können, für uns alle den sicheren Tod bedeuten würde, während uns der mit Bäumen bestandene Uraterrand Unterschlupf und Bettung gewähren könnte. Ich verlangte, daß sie aufstehen sollten. Umsonst, alles umsonst! Die Leute blieben. Nichts vermochte sie aus ihrer Lethargie zu erwecken. All mein Zureden, Drängen, selbst Drohen blieb erfolglos. ,,^mri zm mun§u es ist göttliche Fügung also sterben wir," tönte es als einzige Antwort im Thor zurück . . . Was