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gehen in weiten Pumphosen, teilweise aus sehr elegantem, karriertem Stoff gefertigt, umher. Dazu wird meist eine blaue Jacke getragen und aus dem Kopfe ein dicker, schwerer Strohhut mit hohem, nach oben sich etwas verjüngendem Kopse und sehr breiter Krempe.
Die Truppe rekrutiert sich aus allen Teilen des Staates, wobei das Prinzip der Entfernung vom Heimatsort möglichst befolgt wird. Sie besteht durchweg aus kräftigen, gut aussehenden Leuten, von denen die besten Typen dem Uelle- Gebiet entstammen. Die Soldaten tragen eine kleidsame Uniform, die sich aus kurzer, blaurot paspelierter Jacke und weiten Pumphosen, die in der Taille durch eine rote Schärpe gehalten werden, zusammensetzt. Den Kops schmückt ein roter Fez.
Die Truppe ist bewaffnet mit einem früheren (bewehr der belgischen Armee ganz alter Konstruktion, dem sogenannten Albini. Die Schußleistungen dieser Waffe sind aber so mangelhaft, daß selbst einen Elefanten auf 50 Schritt zu fehlen zu den vollkommen entschuldbaren Dingen gehört. — Zur Parade und zum Dienst wird im Gegensatz zu unserer Truppe barfuß gegangen, was die Leistungsfähigkeit der Leute wesentlich erhöht. Uur zum Marsch wird ein praktischer, sandalenartiger Schuh getragen, der über Spann und Gelenk mit einem Lederriemen befestigt wird und das Wasser praktischerweise ein- und ausströmen läßt.
Die Ausbildung des Militärs erfolgt in drei großen Truppenlagern, deren wir zwei späterhin am Kongo besuchten. In ihnen erhalten die Rekruten ihre militärische Erziehung. Unter der Leitung europäischer, größtenteils skandinavischer Offiziere und Unteroffiziere werden hier ständig etwa lOOO Mann in ein- bis anderthalbjährigen Kursen zu fertigen Soldaten ausgebildet, worauf sie an die Posten des Inneren verteilt werden. Die Lager machen einen peinlich sauberen Eindruck und musterhaft ist die
Rongo-Loldat.