389
und Bäumen. Und durch dies Bild erhabenster Uuhe glitzerte das Wasser des Zemliki. In weiter Ferne sah man winzige Pünktchen sich langsam hin und her bewegen und man erkannte die schlanken Leiber der Antilopen. Aus dem Felsenabsatz aber glühte die Bonne mit fürchterlicher Gewalt.
Als ich diese wunderbare Aussicht genießend völlig versunken dastand, vernahm ich plötzlich einen Wehelaut hinter mir. Ich wandte mich um und sah meinen Boy in lustigem Indianertanz von einem Fuße aus den anderen hüpfen. „Was machst du?" fragte ich lachend. „Herr, die Steine sind so heiß, sie verbrennen mir die Füße", lautete die Antwort. Und als ich nun selbst die Handfläche zur probe auf den Felsen legte, zog ich sie sofort mit einem Schmerzgefühl zurück. Line sogleich sich bildende Blase bezeugte mir, daß mein Boy nicht grundlos geschrien hatte.
Ganz in der Nähe unserer hohen Warte sahen wir aus einer Sandbank des Semliki etwa ein Dutzend Krokodile liegen und beschlossen die Erlegung dieser verhaßten Menschenräuber, die alljährlich die Sterbeziffer der Bevölkerung um ein Beträchtliches vermehren, vorher aber sollten sie in ihrer Uuhe dem Tele-Apparat als willkommenes Gbjekt dienen. Ich schlich nebst Weidemann wie eine Schlange auf dem Boden. Aus 100 m herangekommen, wurde mit großer Vorsicht der Apparat über das Gras gehoben, das Stativ ganz flach über den Erdboden gesteckt, die Kamera eingestellt und „geknipst". Das leise Geräusch genügte aber schon, um bei einzelnen Tieren eine gewisse Unruhe auszulösen. So wurden eiligst, aus der Erde liegend, die Platten ausgewechselt und dann eine zweite Aufnahme gemacht. Das erneute Geräusch hatte zur Folge, daß eins der Reptilien sich dem Wasser näherte und andere sich ihm zu folgen anschickten. Ich sprang daher aus und schoß sechs der Bestien hintereinander, von denen vier tot auf der Sandbank verblieben, die beiden anderen stark schweißend und sich überschlagend ins Wasser kollerten. Nun wurde es aus einmal ringsumher lebendig und von allen Seiten stürzten sich die häßlichen Leiber in das schützende Wasser, das hoch aufspritzte, schäumte und brodelte, als ob es koche. Am nächsten Tage konnten wir das Experiment mit gleichem Erfolge wiederholen, da wir Wieses Unpäßlichkeit wegen noch einen Tag verblieben. Das Offnen des Magens einer dieser Bestien förderte zu unserem Erstaunen einen ganzen Haufen Steine zutage.
Am l. März erreichten wir das südliche Ende des Albert-Sees, dessen Wasserfläche wir schon tags zuvor hatten schimmern sehen. Unterwegs sahen