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jedes Zimmer hat eine Fensteröffnung nach vorn und eine Tür nach der „Halle". Um das Ganze läuft unter dem weit vorspringenden Dach ein häufig etwas erhöhter Umgang, die Barasa. Nach demselben Grundriß sind übrigens auch die oft recht hübschen Ziegelhäuser aus den Stationen gebaut. In den Rasthäusern besteht der Fußboden aus gestampftem Lehm, und in der „Halle", gewöhnlich vorn an der Barasa, steht zuweilen ein primitiver Tisch. Ich bin so leichtsinnig, darin zu wohnen, wenigstens in den besser aussehenden, trotzdem ich weiß, daß die Dächer durchaus nicht immer regendicht sind und auch Rückfallfieber-Zecken mitunter solche Häuser beziehen sollen. Zum Schutze gegen den Regen lasse ich eine Hülle aus Ballonstoffs), die uns im offenen pori als Lastendecke und als Regenzelt für die Träger ausgezeichnete Dienste geleistet hat, über das Dach ziehen, da bin ich sicher. Rngenehm sind diese Rasthäuser immerhin, besonders die „Halle" als Messeraum. Ls ist in ihnen bedeutend Kühler als in den Zelten, und man empfindet die Hitze und den blendenden Glanz der Sonne nirgends so stark, als wenn man am Ende des Marsches aus dem Schatten des Urwaldes auf eine Rodung um das Rasthaus und sein Dorf tritt.
Ruf allen Etappen sitzen „Rrabises", wie sie von den Rongolesen genannt werden, oder „Wangwana" 2), wie sie sich mit einer sehr dehnbaren Risuaheli-Bezeichnung selber nennen, Leute, von denen mancher nicht weiß, wo seine Wiege gestanden hat. Ethnographisch stellen sie ein schlechthin unentwirrbares mixtum compositum aus Rrabern, ostafrikanischen Rüsten- und Inlands-Negern, Manjema westlich des Tanganjika und Eingeborenen aus den östlichen Distrikten des Rongostaates dar. Ls sind Reste und Nachkommen jener Sklaven- und Elfenbeinjäger, mit denen die Belgier so schwere Rümpfe zu bestehen hatten, Reste der Horden Tippu-Tips und, am Rruwimi- Ituri, Ugarrowas und Rilonga-Longas, von denen die filteren Stanley noch sehr gut kennen, dazu natürlich auch manche, die erst in neuerer Zeit auf den Wegen der arabischen Händler nach dem Rongo gekommen sind. Sie sprechen ein reich mit Lingeborenenworten, aber auch mit arabischen Brocken durchsetztes Risuaheli, das auch „Ringwana", die Sprache der Wangwana, genannt wird. Die Bezeichnung Rrabises ist jedenfalls ganz treffend,' sie tragen die langen arabischen Gewänder und Turbane, manche zeigen auch deutlich die starke Beimischung arabischen Blutes, reine Rraber sieht man
h von der Kontinental Kautsch.-Komp. zu Hannover.
H Wangwana — die Gebildeten.