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indes selten, meist nur als Händler auf den größeren Stationen. Es sind sicherlich viele recht dunkle Ehrenmänner unter ihnen, und daß sie auf geheimen Schleichwegen neben dem erlaubten Handel einen umfangreichen Schmuggel mit Kautschuk und Elfenbein über die deutsche und englische Grenze treiben, ist sicher; immerhin eine friedliche und harmlose Beschäftigung gegenüber der ihrer Jugendtage, als vor Aufrichtung der europäischen Herrschaft der Kongo wirklich voller Greuel war. Ihre offizielle Tätigkeit besteht darin, die Ttappenstationen und die Wege in Ordnung zu halten und für die Verpflegung der durchreisenden Europäer und Träger zu sorgen. Gebaut werden auf den Rodungen besonders Maniok und Bataten, aber auch Reis und Mais,- Bananen kultivierten die Wangwana auf unserer Route nicht viel, sie klagten, daß die Elefanten zu großen Schaden darin anrichteten.
Der Weg, der die Etappen verbindet, die Larrabarra, läßt sich am besten mit einer Schneise vergleichen. In einer Breite von etwa vier Metern zieht er sich durch den von keiner Lichtung unterbrochenen Urwald; in der angegebenen Breite sind die kleinen Bäume und das Unterholz fortge- schlagen. Größere Bäume bleiben stehen und hindern auch nicht im mindesten, denn benutzt wird stets nur ein besonders festgetretener Fußpfad in der Mitte; der Neger marschiert nun einmal nicht anders als im Gänsemarsch. Stürzt einer der Waldriesen quer über den Weg, so bleibt er in den meisten Fällen liegen, da das Fortschaffen, solange sein Holz noch widerstandsfähig ist, Schwierigkeiten macht, die kaum im Verhältnis zur Nutzung der Straße stehen. Man hilft sich, indem man das Hindernis auf einem kleinen Nebenpfade in den Wald hinein umgeht oder eine Rrt Brücke oder Treppe darüber hinweg baut. Die Brücken, die über die zahlreichen kleinen Bäche und durch sumpfige Senkungen führen, sind die „wunden Punkte" der Straße. Es sind zum Teil einfache Knüppeldämme, häufig aber werden stärkere Stämme längs gelegt, darüber Rundhölzer und Aste quer und dann die Lücken mit Lehm oder Erde ausgefüllt. Diese Konstruktionen sind aller Anerkennung wert und für Fußgänger, ja, solange sie neu sind, auch für Reiter gut gangbar; sie werden aber leider auch von Passagieren benutzt, für die sie absolut nicht berechnet sind, nämlich von den Elefanten. Solchen Gewichten ist natürlich die immerhin primitive Negerarbeit nicht gewachsen, und so sind manchmal die älteren Brücken und Dämme nur eine Reihe von Löchern. Ls hieß also oft absteigen und die Reittiere sich vorsichtig ihren