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Die Feldwirthschaft : (Gruppe II, Section 1) ; Bericht / von A. A. Schmied und J. Wiesner
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Die landwirthschaftlichen Geräthe und Mafchinen.

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Säemafchinen, ausgezeichnet durch ihre vortreffliche Ausftattung und zweckmässige Conftruction. Zimmermann baut die Drillmafchinen als Specialität und hat es darin zu grofser Vollkommenheit gebracht. Seine Drillmafchine ift in mehreren taufend Exemplaren verbreitet und wird namentlich in der Provinz Sachfen fehr angewendet. Die allgemeine Dispofition diefer Säemafchine ift derjenigen der englifchen entfprechend. Das Geftell ift foweit als möglich ganz aus façonnirtem Eifen, daher äufserft ftabil und dauerhaft. Für das Vorderfteuer ift ftatt der allge­mein angewendeten Zahnkränze ein Kettenvorgelege benutzt, welches eine fehr fichere Steuerung bei ganz geringem Kraftaufwande ermöglicht. Statt der von dienen fogenannte James Smyth zuerft angewendeten telefkopifchen Röhren Kugelgelenk- Röhren zur Saatleitung; im Scharhebel fitzt ein weiter Trich­ter, worin das Kugelgelenk- Rohr, ein aus ftarkem Weifsblech gefertigtes, durch fchmiedeiferne Kugelgelenke biegfam gemachtes Rohr mündet, während es oben an den Boden des Saatkaftens durch Ketten befeftigt und fomit nach allen Rich­tungen beweglich ift. Zur Beftimmung der Samenmenge dienen Wechfelräder, jedoch ohne Anwendung verfchiedener Einfatzplatten zur Stellung des Saatkaftens, da letztere durch eine fenkrechte Schraube einfacher bewerkstelligt wird. Statt der an der grofsen Drillmafchine vorkommenden Löffelfcheiben find an der kleine­ren Drillmafchine Schöpfräder angebracht. Die Rillenmeffer- Sohlen beftehen aus Gufsftahl, find glashart und unterliegen defshalb der Abnutzung weniger; fie find abnehmbar und können fomit nach der Abnutzung gegen Refervefohlen ausge­wechfelt werden. Zum horftweifen Säen oder häufelweifen Legen der Rübenkerne hat Zimmermann einen ebenfo einfachen als zweckentfprechenden Apparat con­ftruirt, welcher mit geringen Koften an jeder Drillmafchine anzubringen und in vielen Hunderten von Exemplaren bewährt ift.

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W. Siedersleben& Comp. ftellten eine Anzahl ihrer vortrefflichen Drill und Dibbelmafchinen aus, welche durch ihre zweckmäfsige Conftruction und gefällige Bauart, durch ihre Feftigkeit, Leichtigkeit und Beweglichkeit auf jeden Landwirth einen fehr guten Eindruck machten. Ohne auf die vielen Vor­theile diefer im praktifchen Leben bewährten Drillmafchinen einzugehen, fei nur erwähnt, dafs diefelben zur Leitung der Saat Trichter haben, freilich zehn fehr gut gearbeitete und fein anfchliefsende Trichter, weil diefs nach der Anficht des Erfinders noch immer die befte, dauerhaftefte, praktifchfte und den Betrieb am wenigften ftörende Einrichtung ift". Die Germania Drillmafchine", welche bisher nur von diefer Firma gebaut wird, hat eine Spurweite von 12 Fufs( gleich 3.77 Meter) und zeichnet fich durch ihre enorme Leiftungsfähigkeit aus, indem fie das Doppelte aller bis jetzt angewandten Drills in derfelben Zeit verrichtet. Mit derfelben kann man nämlich per Tag circa 45 Morgen beftellen, wobei eine Spannkraft von 2 bis 3 Zugthieren und eine Bedienung von 3 Mann nothwendig ift. Befonders erwähnenswerth ift auch Siederlebens Rüben Dibbelmafchine gewefen, bei welcher die Entfernung der Horfte in den Reihen durch Anftecken von Wechfelrädern auf die einfachfte und ergiebigfte Weife erreicht wird. Der Mechanismus ift äufserft präcis und abforbirt das gröfstmögliche Minimum von Kraft; auch läfst fich die Dibbelvorrichtung an jeder vorhandenen Drillmafchine anbringen.

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Rudolf Sack hat feine Drillmafchine vorgeführt, welche fich fchon feit einer Reihe von Jahren eines ausgezeichneten Rufes erfreut. Sie iſt ausfchliefs­lich aus Schmiedeifen gefertigt, hat eigenthümliche Säeräder, Gummiröhren zur Saatleitung und ein Vorderfteuer, deffen Handhabe fich nach rückwärts fortfetzt und von dem hinter der Mafchine gehenden Arbeiter geftellt wird. Sie zeichnet fich durch beftes Material, tadellofe Ausführung und grofse Leichtigkeit im Zuge bei fehr präcifer Saat aus. Auch die Sack'fche Dibbelmafchine erwirbt fich eine immer gröfsere Anerkennung von Seiten der Landwirthe. Die allgemeine Dispofi­tion der aufserordentlich folid hergeftellten und vortrefflich conftruirten Mafchine ift derjenigen bei den gewöhnlichen Drills fehr ähnlich; zur Ausftreuung dienen