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Ant. Adam Schmied.
lung aus der Provinz Belluno( Gaetano Ritter de Bertoldi), von der kleinen läng. lichen Indiana neri- viola und Indiana bianchi an bis zu der trefflichen Rifetti und der grofsen Turchi, befonders auffiel. Die aufsereuropäiſchen Länder exponirten die kleine Eierbohne oder Zwergbohne( Ph. nanus L.), welche als Bufch-, Erbsund Frühbohne auch in Europa ftark cultivirt wird, die fehr ertragreiche egyptifche Bohne, die fchwarze weftindifche Zwergbohne, die grofse ruffifche Tafelbohne, fchwarze japanefifche Bohnen( Soya hispida), arabifche und Speckbohnen ( Ph. multiflorus Willd.), aus dem wärmeren Amerika u. f. w.
Auch die Erbfe war in einer grofsen Anzahl von Proben vertreten, wenn auch in geringerem Grade, als die Speifebohne; ihre durch Form, Gröfse und Färbung der Samen bewirkte Mannigfaltigkeit und Variabilität liefs die ausgeftellt gewefenen Sammlungen ebenfalls fchwer überblicken. Deutfchland, wo, ähnlich wie in Oefterreich, die gemeine Erbfe( Pifum fativum L.) in mehreren Unterarten und vielen Varietäten allgemein gefäet wird, ftellte unter Anderem fchöne, gleichmäfsige, vollkommen runde blaue Felderbfen, hübfche Golderbfen, oftpreufsifche graue Erbfen mit kantigen Körnern, Erfurter frühe Erbfen, grofse weifse VictoriaErbfen aus; Oefterreich brachte fchöne weifse und grüne, dann grofse Felderbfen ( 911 Pfund fchwer), braune grofse Gartenerbfen, ausgezeichnete englifche Markerbfen in vier Abarten( May Jacob aus Namiefcht in Mähren, grofse gemeine und Madeira Erbfen( aus Steiermark), flache, etwas bohnenähnliche, braune Morafterbfen( aus Krain), prächtige Ekererbfen( Domäne Lobofitz in Böhmen). Ungarn exponirte namentlich hübfche grüne Speife- Erbfen, Rufsland fchöne neue FeldRiefenerbfen( Rofenwerth), England eine prachtvolle Zufammenftellung von 24 Erbfenforten( Sutton& Sons), darunter die fchöne Victoria, die langfchotige Waſhington, die frühefte Ringleader; die Niederlande exporirten befonders fchöne blaue Erbfen aus Oeftgeeft( D. M. van der Hoef), Schweden fchwarze Erbfen und fchwediſche verbefferte Mammuth, ausgezeichnet durch vorzügliche Ausgeglichenheit der Samen und hohen Widerftand gegen Befallen; Dänemark blaue Kocherbfen, Italien fehr fchöne kleine runde Erbfen aus Sicilien, Frankreich die fchönfte Erbfenfammlung auf der Ausftellung( exponirt vom Penfionat des frères de la doctrin chrétienne im Reims, Marne), darunter fchöne franzöfifche graue Wintererbfen u. f. w.
Die Zuckererbfe( P. fat. faccharatum Hort.) war nur fpärlich vertreten; wir fanden fie in vorzüglichen Exemplaren in dem Schwarzenberg' fchen Pavillon ausgeftellt, und zwar von der Herrfchaft Protivia( in Böhmen), dann in der Krainer und Bukowinaer Collectivausftellung. Die Kichererbfe( Cicer arientinum L.) ift den mehr füdlich gelegenen Länderftrecken eigen und ift namentlich in Südfrankreich, dann insbefondere auch in Italien, Griechenland, Spanien und in der Türkei in grofsen Quantitäten der Cultur unterworfen; die genannten Länder haben auch in ihren Expofitionen davon fchöne Proben mit vorwiegend weifsen, dann rothen Samen gebracht. Im Orient wird diefelbe ebenfalls in vielen Varietäten cultivirt und war diefelbe in ihren Ausftellungen erftaunlich reichlich vertreten; befonders imponirten die gelbe Kaffee- Erbfe, die rothe Kichererbfe und die Venuskichern. In Mitteleuropa kennen nur die Gärtner die Kichererbfe mit den gefchnäbelten und gerunzelten, weifs, braun, fchwarz und roth variirenden Samen. Die Kanitzer Gutsdirection( Mähren) ftellte Kichererbfen aus, den Metzen zu 93 Pfund fchwer.
Die Platterb fe( Lathyrus fativus L.) mit geniefsbaren, erbfenähnlichen Samen, wird in Südeuropa, Weftafien u. f. w., hauptfächlich als Viehfutter viel cultivirt. Wir fanden diefelbe hie und da vereinzelt ausgeftellt.
Die Spargelerbfe( Lathyrus tetragonolobus) war noch feltener zu fehen; ich bemerkte diefelbe blos in der italienifchen Ausftellung( Raphael Ritter Nanarone, Foggia).
Die Linfe( Ervum Lens L.), eine uralte Culturpflanze Mitteleuropas, war in ihren einzelnen Varietäten als grüne Sommerlinfe, Pfennig- oder Hellerlinfe, fchwarze und langfchotige, grofse franzöfifche und Provencerlinfe vertreten, wenn