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Die Forstwirthschaft : (Gruppe II, Section 3) ; Bericht / von Johann Newald
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Forftwirthschaft.

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auf dafs es Zeugnifs gebe von der Vorforge der öfterreichifchen Regierung, ins­befondere des k. k. Ackerbau- Minifteriums, und von der Thatkraft und der Aus­dauer der bezüglichen Durchführungsorgane.

Dem mehrgenannten k. k. Forftinfpector Simon Scharnaggl in Trieft wurde in Anerkennung feiner hervorragenden Verdienfte um die Karftcultur die Medaille für Mitarbeiter zuerkannt.

Es möge jedoch noch geftattet fein, der befonderen Verdienfte und Leiftungen zu gedenken, welche die Stadt Trieft um das Karft- Bewaldungswefen befitzt. Oben wurde bereits darauf hingewiefen, dafs die erften Anregungen zu diefem Unternehmen von ihr ausgegangen find. Die Erfolge der auf dem Stadt­gebiete ausgeführten Waldanlagen wurden durch eine Ueberfichtskarte und eine derfelben beigegebene Relation nachgewiefen.

Für im Aufforftungswefen erfahrene Forftwirthe dürften auch ausgeftellte Holzarten aus älteren Karftculturen, und zwar: Weifsföhre vom Jahre 1842, Schwarzföhre mit Feldulme von den Jahren 1859 und 1863, endlich Schwarzföhren, mit Sorbus aria gemifcht, vom Jahre 1865 fehr lehrreich gewefen fein.

Die Anzucht der Weifsföhre dürfte aufzugeben fein. Die ausgeftellten Exemplare erinnerten ganz an jene Form, welche diefe Holzart an expo­nirten und für fie ungeeigneten Standorts- Verhältniffen, in den Kalkalpen, annimmt.

Die Beftrebungen der Stadt Trieft zur Wiederbewaldung des Karftes wurden mit der Fortfchritts- Medaille ausgezeichnet.

Wenden wir uns nunmehr zu der die Beftandesbegründung behandelnden Gruppe II der forftlichen Collectivausftellung des deutfchen Reiches, fo haben wir zunächft der Schwierigkeiten zu gedenken, welche fich einer erfchö­pfenden Darftellung des Forft- Erziehungswefens grofser Gebiete entgegenftellen. Wie wäre es auch durchführbar gewefen, auf der Wiener Weltausstellung das altberühmte und hochentwickelte Wald- Erziehungswefen.der deutfchen Länder, vom badifchen Schwarzwalde beginnend, bis zur Memel nach feinen mannig­faltigen Verfahren und Methoden einerfeits und nach feinen bewährten Erfolgen andererfeits zur Anfchauung zu bringen. Darum hat fich auch die deutfche Ausftel­lungscommiffion darauf befchränkt, in der die Holzerziehung und den Waldfchutz behandelnden Gruppe II der deutfchen forftlichen Collectivausftellung den Holz­anbau durch Cultur- Werkzeuge und diefelben erläuternden Denkfchriften darzuftellen.

Die Nachweife, welche der vom Ober- Forftmeifter Bernhard Dankelmann verfafste Specialkatalog zu der in Rede ftehenden Gruppe II bringt, laffen eine volle Einficht über den Werth und die Bedeutung der behandelten Cultur- Werk­zeuge und der durch ihre Anwendung erzielten Erfolge gewinnen.

Wir haben zunächft das zur Klemmpflanzung ohne Bodenlockerung in den Forften der Provinz Preufsen im Jahre 1860 von den Ober- Forftmeiftern Warten­berg und Krumhaar eingeführte Stieleifen zu erwähnen, mit welchem unter günftigen Verhältniffen ein Arbeiterpaar in einem Tage 2400 Pflanzen aus­fetzen kann.

Von Intereffe war die vom Oberförfter Wohlframm gebrachte Darftellung des Anbaues grofser Nonnenfrafs- Blöfsen im Regierungsbezirk Gumbinnen, unter Anwendung der oftpreufs ifchen fogenannten Ochfenzogge als Waldpflug.

Von dem äufserften Often deutfcher Länder nach Weften gewendet, nahm der Dünenbau in der Oberförfterei Grünhaus an der Oftfee, Provinz Pommern, dargeftellt durch Dünen- Culturgeräthe( Aushebefpaten für Ballenkiefern, Löcher­macher für Ballenkiefern, Ausheber für Heidekraut- Ballen, Löchermacher für Heidekraut- Ballen, Pflanzentrage, Pflanzenfpaten) und ergänzt durch eine Karte der den Charakter von Schutzwaldungen befitzenden Dünengehölze fammt Befchreibung des Culturvorganges, unfere Aufmerksamkeit in Anspruch.

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