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Der Gartenbau : (Gruppe II, Section 5) ; Bericht / von Eduard Fenzl
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Der Gartenbau.

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Eine kleine Partie von Gemüfen ftellte noch Herr Andreas Flafchel­Partie ausnehmend fchönen meyer, Handelsgärtner in Wien und eine Meerrettiges abermals Herr Handelsgärtner Johann Klem pf aus Rudolfs­heim aus.

Aus Saaz in Böhmen fendete Herr Adolf Burgftaller fechs Sorten Gurken und aus Eibenfchitz in Mähren Herr Anton Worell, Spargelfamen und Setzlinge von Riefenfpargel in verfchiedenen Altersftufen von überrafchender Stärke ein. Aus Ungarn lieferten die Herren Lukáczi, Kretfchmar und die Municipalität der Stadt Felegyhaza in Kumanien Sortimente von Gemüfen, Küchen- und Medicinalkräutern und Herr Danhofer aus Koka eine Partie Meerrettig ein. Alle diefe Producte konnten gegenüber den betreffenden aus Cisleithanien und Deutfchland früher eingefendeten auch nur entfernt einen Ver­gleich aushalten.

Aus Deutfchland betheiligten fich diefes Mal nur Wenige in Gemüfeforten an diefer Ausftellung und reichten ihre Leiftungen an Bedeutung auch lange nicht an die heran, welche fich andere auf der vorhergegangenen temporären. Ausftellung erworben hatten.

Die gröfste Anerkennung fand in diefer Beziehung noch das Sortiment von Kartoffeln, welches Herr Görling in Lindenberg mit Herrn A. Bufch aus Grofs- Maffow in Pommern ausgeftellt hatte.

die verdienftlichfte Leiftung unter den deutfchen Ausftellern von Gemüfen war jedenfalls die des Herrn Rudolf Riedel, Kunft- und Handelsgärt­war die des ners in Löwenberg aus Preufsifch- Schlefien zu erklären, welcher ein Sortiment der dafelbft zur Maffencultur verwendeten Kartoffeln, fowie ein anderes der neuen und feinften für die Tafel verwendbaren, ausftellte.

Die beiden anderen Ausfteller in Gemüfearten waren die Herren: J. Butterbrodt aus Hildesheim und Guftav Befte horn aus Bebitz. Beide fendeten Sortimente fchön gezogener Runkel- und Zuckerrüben; letzterer eine neue Varietät mit carmoifinrothen Blattftielen von fehr grofsem Zuckergehalte und aufserdem noch ein Sortiment der vorzüglichften Getreideforten in Halmen und Körnern und unter denfelben die neuefte Beftehorns Gerfte" benannte Sorte. Mit ihnen fchliefst die Serie der Ausfteller von Gemüfen aus Deutfchland ab und folgen nunmehr jene aus Belgien, Dänemark, Schweden und Rufsland.

Eine fehr fchöne und gewählte 117 Sorten ftarke Sammlung ftellte die Société centrale d'Arboricultur in Brüffel neben jener von Obft aus. Carotten, Zwiebeln, Kohl und Kraut nebft Bohnen und Endivien waren ziemlich reich in guten Sorten vertreten. Sie bot aber weder mehr noch Befferes als das Inland bei den früheren Ausftellungen bereits geboten hatte.

Ausnehmend reich und qualitativ ganz vorzüglich erwies fich das Gemüfe fortiment, welches der dänifche Gärtnerverein Hortulania" in Kopenhagen auf diefe Ausftellung brachte. Es wies 45 Kartoffel, 18 Bohnen-, 13 Möhren-, 26 Zwiebel- und Lauchforten, 14 Kohlarten, 26 Rettig und Rüben, 24 Gurken und Melonenforten und aufserdem noch eine nicht unbedeutende Anzahl von Salatforten und anderen Gemüfearten auf, fo dafs man mit Recht fagen konnte, dafs mit diefer Sammlung allein der Reichthum diefes Landes an Obft- und Gemüfearten vollkommen repräfentirt war.

Dasfelbe läfst fich qualitativ auch von diefen Producten des Gartenbaues aus Schweden fagen, während quantitativ das betreffende Sortiment aus Gothen­burg, Smaland und Gothland bedeutend hinter dem dänifchen zurückftand.

Aus Rufsland, von wo man es am wenigften erwarten durfte, fendete Herr Handels- und Gemüfegärtner E. Gratfcheff in St Petersburg eine fo reich­haltige und qualitativ fo vorzügliche Collection von Gemüfen aller Art ein, dafs fie von allen Sachverständigen als eine der beften unter den bisher ausgeftellten diefer Art erklärt wurde.