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Appreturmittel und Harzproducte : (Stärke und Stärkeproducte, Albumin, Casein, Leim, Hausenblase, dann Lacke, Firnisse, Siegellacke etc.) ; (Gruppe III, Section 7) ; Bericht / von Wilhelm Friedrich Gintl, Prof. am dt. polytechn. Landesinst. zu Prag
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Dr. Wilh. Fried. Gintl.

Man hat dasfelbe bekanntlich in alkalifchen Löfungen angewendet und der Trübung der damit fixirten Farben durch Zufatz von Oel abzuhelfen gefucht. Das für folche Zwecke in den Handel gebrachte trockene Caseïn( Lactarin oder Lactrin) einfach durch Trocknen von gut ausgewafchenem Topfen( Quark) gewonnen, fowie ein mit einem Alkalizufatz bereitetes Lactarinextract hat lange Jahre hindurch einen bedeutenden Handelsartikel gebildet, der indefs gegen­wärtig nur fehr wenig gefucht ift. Es fcheint, dafs auch das fchon 1850 von Wag­ner empfohlene Magneſiumcafeïnat, felbft in der durch Schlumberger 1871 ver­befferten Form der Anwendung mit Barytwaffer, fich nicht allgemein eingebür­gert hat, wiewohl diefes letztere Verfahren unftreitig ein fehr rationelles genannt werden darf. Vornehmlich dürfte die nur bedingt mögliche Verwendung der Cafeïnfixage für Anilinfarben die Schuld daran tragen, dafs bei dem gegenwärti­gen Herrfchen der Anilincouleurs diefes Fixirungsmittel nur befchränkte Anwen­dung findet.

Noch weit weniger Verwendung haben die diverfen Albuminfurrogate aus Kleber gefunden, und wenn es fich auch nicht leugnen läfst, dafs dem bereits 1855 von Martin für den Cattundruck empfohlenen Kleber ein gewiffes Fixirungs­vermögen zukommt, fo ift doch die bindende Kraft diefes Körpers dem Albumin gegenüber eine relativ nur geringe und dürfte derfelbe wenigftens für feinere Waaren wohl nie befonders in Betracht kommen. Ebenfo find auch die durch verfchiedene Proceduren aus dem Kleber gewonnenen Albuminfurrogate, wie der von Meffager und Perdrix im Jahre 1860 empfohlene Kleberleim, dann der im felben Jahre von Hanon in Vorfchlag gebrachte Eiweifsleim( gefaulter Kle­ber), fowie das fchon früher von Scheurer Rott anempfohlene Albuminfurrogat ( Kleber, durch Einwirkung fchwacher Säuren verändert), nur ephemere Erfchei­nungen geblieben, von denen fich keine recht Bahn gebrochen hat, oder doch wie das beiſpielsweife von dem bereits früher erwähnten Lucin gefagt werden kann, nur für die Fabrikation geringerer Waaren Anwendung gefun­

den haben.

Die feinerzeit von der Société induftrielle in etwas vorfchneller Weife belohnte, mit grofsen Erwartungen begrüfste Idee, welche G. Leuchs bezüglich der Verwendbarkeit des an den nordifchen Fifchfchlächtereien fo maffenhaft refultirenden Fifchrogens für die Gewinnung eines dem Albumin völlig gleich­kommenden Proteïnates fafste, ift bisher Idee geblieben*, und fcheint Dollfus Recht gehabt zu haben, wenn er derfelben eine befondere Bedeutung abfprach. Thatfächlich hat das Fifchalbumin, das wiederholt verfuchsweife zu Markte gebracht wurde, bisher dem Eier oder Blutalbumin gar keine Concurrenz gemacht. Es fchliefst diefs indefs die Möglichkeit keineswegs aus, dafs durch ein geeigneteres Verfahren fich die Mängel des bisher aus Fifchrogen erzielten Productes befeitigen laffen und diefes Materiale denn doch zu Ehren gebracht werden könnte. Wenigftens dürften heute noch nicht alle Hoffnungen in diefer Hinficht aufzugeben fein.

Eine befonders wichtige Frage bildet für den Albuminfabrikanten die Verwerthung der Nebenproducte feiner Induftrie. Es find diefs bei der Fabrika­tion des Eieralbumins die Eidotter, bei jener des Blutalbumins die vom Serum befreiten Blutkuchen.

Wie grofs die Wichtigkeit der Löfung diefer Frage ift, erhellt, wenn man erwägt, dafs für die Erzeugung von 1 Pfund Eieralbumin durchfchnittlich 180 bis 200 Stück Eier verwendet werden müffen. dafs fomit eine gleich grofse Anzahl von Eidottern refultiren, die bei irgend gröfserem Fabriksbetriebe nicht leicht preiswürdig an Mann gebracht werden könnten, wenn, wie es bei der leichten

* Die durch längere Zeit im Betriebe geftandene Fabrik von Sahlftröm in Jönköping, welche die Albuminfabrikation aus Fifchrogen betrieb, fcheint neueſtens aufgelaffen worden

zu fein.