Appreturmittel und Harzproducte.
25 gelangt, während weder England noch Frankreich auf diefem Gebiete etwas aufzuweifen hatten.
Rufsland war durch die Ausftellung der Blutalbumin- Fabrik von A. Panof & Comp.( A. Panof, A. Schagnin und W. Prokowjef) in St. Petersburg vertreten, die in den grofsen Schlachthäufern der Refidenz gewifs fehr ergiebige Quellen für die Beifchaffung ihres Rohmateriales hat.
Diefes erft im Jahre 1869 gegründete Etabliffement, deffen Jahresproduction zu 7000 Pud Albumin und 15.000 Pud trockenen Blutes angegeben wird, producirt ein unbeftritten fehr fchönes Prima- Blutalbumin und ein ebenfo lobenswerthes Eieralbumin. Auch fein Secunda- Blutalbumin ift von fehr guter Qualität, wogegen allerdings die Tertiawaare anderen Erzeugniffen gleicher Qualität in etwas nachfteht. Die ruffifche Cattuninduftrie, die bekanntlich neueſtens einen ganz erheblichen Auffchwung nimmt, darf fich freuen, auf heimifchem Boden eine fo fchätzenswerthe Quelle für die Deckung ihres Albuminbedarfes zu befitzen.
Italien, welches gegenüber von Deutſchland, Oefterreich und insbefondere Rufsland mit ungünftigeren Verhältniffen für die Fabrikation von Albumin in gröfserem Mafsftabe zu kämpfen hat, hatte auf dem Gebiete der Albumininduftrie fehr anerkennenswerthe Leiftungen aufzuweifen. Befonders bemerkenswerth waren die von der Gefellfchaft der öffentlichen Schlachthäufer zu Florenz ausgeftellten Proben von Blutalbumin, das diefe Firma in vier Nummern, o, I, II und III erzeugt. Namentlich das Albumin Nr. o war ein vorzügliches Erzeugnifs von heller Farbe und fchönem Glanze, und auch die übrigen Mufter waren recht befriedigend. Weniger gut waren die von der Firma L. Fino in Turin ausgeftellten Proben von Ei- und Blutalbumin, von welch letzterem die Tertiaqualität unter d'em Namen Ematofina ausgeftellt war.
Nordamerika hatte in den von Stein Hirfch& Comp., Chicago, Illinois, ausgeftellten Proben von Blutalbumin und getrocknetem Blute zwar nicht befonders bemerkenswerthe, aber annehmbare Producte aufzuweifen, welche, obwohl man die dort eingeführte Uebung das Blut für Zwecke der Zuckerraffinerie einfach, ohne vorherige Scheidung des Blutkuchens, zu trocknen, für nicht ganz rationell zu halten geneigt fein möchte, doch befriedigen konnten, während von Südamerika ein Gleiches nicht gefagt werden kann. Die Republik Uraguay, die feit der Einführung der dort fo fchwunghaft betriebenen Fleifchextractgewinnung über Maffen von Rohmateriale für Blutalbuminfabrikation verfügen mufs, fcheint diefen Schatz noch keineswegs richtig auszunützen. Lucas Ferrara in Montevideo hatte zwar Proben von Blutalbumin in zwei Sorten ausgeftellt, aber welch ein Product! Sein Nr. II, die beffere Sorte, war ein in Farbe und Anfehen völlig ungleichartiges, nur hie und da lichtere Blättchen enthaltendes Allerlei, das eher dem Kehricht aus der Trockenftube einer Albuminfabrik als einer Handelswaare ähnlich fah, und fein Albumin Nr. I mochte jeder eher für gedarrten Blutkuchen als für Albumin halten. Möglich, dafs fich die locale Cattuninduftrie des Südens mit folchem Fabrikate begnügt, für den Export auf unfere Märkte hat aber folches Product keine Eignung, und man wird fich, will man die Nebenproducte der Fleifchextractinduftrie nicht verfchleudern, fchon etwas mehr Mühe mit der Verwerthung des Blutalbumins nehmen müffen. Will man das nicht, dann ift es klüger, jene Verwerthung zu wählen, welche uns die Ausstellung des Dr. Jo fé in Montevideo zeigte, der fich damit begnügt, das Blut zu trocknen und es als Blutguano für Dungzwecke in den Handel zu bringen.
Surrogate für Albumin hatte die Ausftellung kaum aufzuweifen; ein fprechender Beweis dafür, dafs auch die neuefte Zeit noch keinen Erfatz für diefes Fixirungsmittel gefunden hat. Aufser dem, wie oben erwähnt, von den meiften Stärkeproducenten ausgeftellten Kleber, deffen Beziehungen zum Albumin die freilich bisher noch nicht realifirte Hoffnung rege erhalten, in ihm das Materiale für die Gewinnung eines geeigneten Erfatzes für Albumin zu finden,