Wein.
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mit einer Maffa oder Compofition zu überziehen, damit die Weinfäure nicht durchdringt. Ein Verfuch, der die Sache nur noch fchlechter machte, da die Weine den Geruch und Gefchmack davon angenommen haben. Endlich hat man verfucht, die Einlage durch Leinwand zu machen, um diefelbe und die Schläuche länger zu erhalten, was wohl einigermassen als beffer, jedoch auch nicht als dauerhaft fich erwies.
Was nun die Flafchen und Weinbouteillen, ein für den Weinhandel höchft wichtiger Factor, anbelangt, fo ftellt man an diefelben drei Anforderungen: Gutes haltbares Glas, fchöne gefällige Form, und hübfche reine Farbe. Diefe Forderungen finden wir in allen Richtungen in dem franzöfifchen und deutfchen Fabricate auf das Vollkommenfte erfüllt.
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Wenngleich die öfterreichifch- ungarifche Induftrie in der Production von Weingläfern und Glasgegenständen auf einer hohen Stufe fteht, und darin auch auf der Weltausftellung einen Fortfchritt nachgewiefen hat, fo können wir uns in Betreff der Fabricationen der Weinflafchen nur ungünftig ausfprechen. Es ift erwiefen, dafs die meiften gröfseren Firmen von Wein- Grofshändlern und Weinhändlern der öfterreichifchen und ungarifchen Provinzen ihre Flafchen gröfstentheils aus Deutſchland und theilweife aus Frankreich beziehen. Diefe Bezüge dehnen fich auf Millionen von Flafchen aus und wenn wir nach der Urfache fragen, warum man dem fremden Producte vor dem einheimifchen den Vorzug gibt, fo begründet fich es dadurch, das die ausländifchen Flafchen viel ftärker und haltbarer find, wefentlich weniger Bruch geben, reines Glas mit fchöner Farbe und egaler, gefälliger Form haben, endlich hauptfächlich fammt allen Spefen und entfernter Fracht noch billiger zu ftehen kommen als das inländifche Fabricat.
Wenn wir noch zudem erfahren, dafs man felbft Bierflafchen für Exportbiere auch vom Auslande bezieht, fo mufs es doch gerechtfertigt fein, anzunehmen, dafs man auf diefen Induftriezweig in Oefterreich- Ungarn gar keinen Werth gelegt hat, oder dafs man nicht fähig ift, mit den vorhererwähnten Ländern zu concurriren. Und gerade hier könnte fich unfere Glasinduftrie, die im Luxusglas fo kräftige Concurrenten zu überwinden hat, eine fehr ergiebige Einkommensquelle erfchliefsen.