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Fertige Kleider : (Gruppe 5, Section 7) ; Bericht / von Ig. Ortmann, Anton Kreuzig, Josef Mignotti, Wilhelm Pless, Franz und Max Stiasny
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Jofef Migotti. Wäfche.

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eine weitere, tiefgreifende Veränderung; und durch die allgemeine Verbreitung diefes neuen Hilfsmittels und die Verbefferungen desfelben durch die Amerikaner Wheeler und Wilfon, entſtand die ftaunenswerthe Wäfche- Induftrie der Jetztzeit, welche fowohl den Bedürfniffen des Lebens, als auch den Anforderungen des Comforts die reichlichften Dienfte leiftet, und die frühere Handarbeit beinahe gänzlich aufser Gebrauch fetzt.

Wenngleich bis heute noch ein Kampf zwifchen Hand- und Mafchinarbeit befteht, fo kann bei den fortwährend neuen Verbefferungen der letzteren über den Ausgang desfelben kein Zweifel mehr walten.

Die Eintheilung der Wäfche wird gewöhnlich nach den bekannten vier Hauptgattungen: als Leib-, Bett-, Tifch- und Luxuswäfche vorgenommen, welche wieder in verfchiedene Unterabtheilungen zerfallen; wir müffen jedoch die geogra­phifche Eintheilung unferer Ausftellung zur Grundlage unferes Berichtes nehmen und beginnen demzufolge mit Amerika, dem Lande der Erfindungen.

Die Firma F. Sachfe& Son in Philadelphia brachte eine bemerkens­werthe Gattung von Herrenhemden, mit rückwärtigem Verfchluffe, welche Neuerung den Vortheil bietet, dafs diefelben nicht durch das Befeftigen an den fichtbaren Stellen vorzeitig verunftaltet werden, und zeigte in der ganzen Collection eine ausgezeichnete, hier noch nicht bekannte Appretur.

S. N. Moody aus New- Orleans glänzte durch correcte Arbeit feiner Erzeugniffe, und befonders durch feine eigenthümlichen, fchön combinirten Phantafie- Brufteinfätze; das Schauftück eines Hemdes zum Preife von 400 fl. wurde vielfach bewundert, allein ein praktiſcher Erfolg dürfte kaum daraus gefchöpft werden.

Aus Frankreich hat das Haus J. Laquille C. Sazerat in Paris zweck­mäfsig angefertigte Flanellhemden gebracht; diefelben vereinigten fchöne Formen und reiche Stickereien mit grofser Nützlichkeit, denn diefe aus befonderen Stoffen gewebten Hemden überziehen unferen Körper gleichfam mit einer zweiten poröfen Haut, welche die rafche Abkühlung desfelben verhindert, und dem Oberkörper vollkommenen Schutz gewährt.

Hajem ainé Maifon du fenix in Paris wurde bereits( fiehe Cravaten) befprochen; die Leiftungsfähigkeit und der Ruf diefer Firma, deffen Gefchmacks­richtung und Schnitte einem grofsen Theile der Gefchäftswelt als Muftervorlagen dienen, find allbekannt.

Gray May& Comp. zeigten uns tadellofe Kragen und Manchetten aus Papier, welche die aus Leinwand und Shirting verfertigten täufchend nachahmen und diefelben in manchen Fällen erfetzen; fie find in Bezug der Wäfchökonomie bemerkenswerth.

Joao Jofe Vasques aus Liffabon brachte geftickte, mit Goldfäden durch­zogene Hemden zur Anfchauung, wie fie dort mit Vorliebe getragen werden; fie haben ein eigenthümliches Anfehen und werden hauptfächlich bei feftlichen Gele­legenheit gebraucht.

Debruyker Maifon du fenix in Brüffel ftellte in feiner reichen und fehens werthen Wäfche collection auch eine Specialität Damenkragen von feiner Lein wand und Shirting aus, bei welchen das fonft gebräuchliche Anheften an die Kleider durch eine neue Schlingenmethode vermieden wird.

Francis Vallet aus Genf zeigte uns durch die hübfchen Miniaturmodelle feiner Ausftellung einfache und befonders praktifche Unterbeinkleider- Schnitte für Herren, und brachte einen neuen, fogenannten Spitzfattel- Schnitt in feinen Herren­hemden zur Anfchauung, welcher mancherlei Vortheile bietet.

Aus dem deutfchen Reiche fahen wir die berühmten Hemdbruft- Einfätze von Bielefeld, welche fich einen Weltruf erworben haben. Die Fabrication diefes Artikels hat fich dafelbft in bewundernswerther Weife entfaltet, und wird im gröfsten Mafsftabe durch Hunderte mit Dampf- und Wafferkraft bewegter Webereien, Bleichereien, Nähereien, Glättefabriken, Preffen und Appreturen betrieben, und