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Die Stickerei und die Spitzen : (Gruppe V, Section 8) ; Bericht und Die Frauenarbeiten (Anhang zu Gruppe V) : Bericht / Von Dr. Ferdinand Stamm / von Helene Freiin v. Roditzky
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Die Frauenarbeiten.

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lich follten durch diefelbe die Leiftungen der Frauen in allen Gebieten zur Anfchau­ung gebracht und auch die andern Nationen aufgefordert werden, der weiblichen Thätigkeit als folcher eine befondere Stätte in ihren Ausftellungen anzuweifen. Leider fcheiterte diefes urfprüngliche Vorhaben.

Die öfterreichifche Ausftellung ftand in diefer Beziehung vereinzelt da und auch nicht in jener Vollständigkeit, wie fie angeregt worden war. Die Ausftellung der Frauenarbeiten im fchwedifchen Jägerhaus kam der öfterreichifchen an Reichhaltigkeit zunächft und übertraf fie an Vielfeitigkeit. Wir fanden dafelbft nebft vielen Proben weiblicher Kunft und Gefchicklichkeit in den verfchiedenften Gebieten z. B. auch künftliche Gebiffe von weiblichen Zahnärzten. Was die Ver­wendung der Frauen als praktiſche Aerzte betrifft, fo kann man fich bei uns eines gewiffen Mifstrauens nicht erwehren. In Amerika haben fich die weiblichen Aerzte aber fchon Bahn gebrochen und einen grofsen Wirkungskreis gefchaffen; auch in Rufsland finden fie fchon Verwendung.

Die Ausftellung der weiblichen Handarbeiten in der italienifchen Schulabtheilung, wie jene in dem deutfchen Unterrichtspavillon reiht fich in ganz trefflicher Weife an die früher gekennzeichneten Ausftel­lungen an.

Dr. Carl Holdhaus, kaiferlicher Rath, Secretär der niederöfterreichi­fchen Handels- und Gewerbekammer und A. F. Migerka, k. k. Hofrath und Sectionsrath im Handelsminifterium, haben in fo eingehender Weife die Betheili­gung der Frauen in der Fabriksinduftrie durch ein befonderes Werk ftatiftifch zufammengeftellt und in Bild und Arbeitsproben zur Darftellung gebracht, dafs uns hierüber nichts mehr zu fagen erübrigt und wir im Folgenden nur die Schul­und Dilettantenarbeiten, die dazu gehörige und hier einfchlägige Hausinduftrie und Kunftftickerei zu befprechen haben, obwohl diefe verfchiedenen Arbeiten oft fo in einander greifen, dafs eine ftrenge Claffificirung und Scheidung derfelben beinahe unmöglich ift.

Leiftungen der Schulen und Vereine.

So weit es möglich war, haben wir das grofsartig aufgehäufte Material durchgefehen und geprüft. Es liefert die Menge des Dargebotenen einen erfreu­lichen Beweis für die in den Schulen auch in Bezug auf Handarbeit entwickelte Thätigkeit, und es ift erftaunlich, zu welcher Genauigkeit und Reinheit der Arbeit es die kleinen Hände der Schulkinder oft bringen. Welch' eine Anzahl von Strümpfen, Kinderjäckchen, Häubchen, gehäkelten und geftrickten Mufter­bändern, Merktüchern etc. lag hier vor; der kleinen und gröfseren Luxusarbeiten gar nicht zu gedenken, die ftreng genommen nicht in das eigentliche Gebiet der Schul­arbeiten gehören. Und nicht nur die Wiener Schulen waren hier beftens ver­treten, auch die Schulen der verfchiedenen Kronländer lieferten eine in jeder Beziehung tüchtige Ausstellung.

Was den Gang des Arbeitsunterrichtes an den Schulen anbelangt, welcher uns in verfchiedenen Lehrplänen zur Anfchauung gebracht wurde, machen fich ver­fchiedene Meinungen geltend; die Einen find dafür, mit dem Unterrichte im Stricken, die Anderen mit dem im Häkeln zu beginnen. Die gröfste Aufmerkfamkeit bei dem Arbeitsunterrichte in der Schule mufs auf eine praktiſche Richtung gewendet werden. Erfreulich ift es daher zu fehen, wie von fo vielen Schulen Flick- und Stopparbeiten eingefendet wurden, ein Beweis, dafs man diefer fchweren, nicht immer ange­nehmen, aber defto nothwendigeren Arbeit immer mehr Sorgfalt fchenkt. Ganz Ausgezeichnetes leiften in diefer Beziehung die Italiener. Unter der Auffchrift: " Lavori casalinghi" war ein Album von einer Schule aus Florenz ausgeftellt, welches Mufter von Schülerinen verfertigter Kunftſtoppereien enthielt und gewiſs für alle Frauen von gröfstem Intereffe war. Desgleichen fand man befonders fchöne

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