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Waffen mit Ausnahme der Kriegswaffen (Gruppe VII, Section 3) ; Bericht ; Metallwaaren : (Gruppe VII, Section 4) ; Bericht ; Lampen- und Beleuchtungs-Apparate : Bericht / von Johann Newald, Director der k.k. Forstakad. in Mariabrunn / von Carl Haas, Broncewaaren-Fabrikant in Wien ; von Carl Cohn
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Carl Haas.

Auch fonft war die Galvanoplaftik in der Gefammtausftellung Chriftofle's oft kaum kennbar von anderen Beftandtheilen verwendet. verwendet. So war die erfte getreuefte Wiedergabe des bekannten Silberfundes von Hildesheim, den die Kunftliebhaber bis jetzt nur in Gypsabgufs oder danach in Zinkgufs fich ver­fchaffen konnten, in forgfältigfter Ausführung durch eingehende Studien, nach den Originalen vorbereitet, zu finden. Candelaber und Leuchter in Silberniederfchlag und Kupfer waren bei Barbedienne und Chriftofle vorhanden.

Sehr gefchickt benutzt und eminent behandelt waren die zahlreichen kleinen Spiegeln, Caffetten, Leuchter und Aehnliches, welche von Bertrand, dem genialen Nachfolger Gueton's und von Coffignon ausgeftellt waren. Auch gar manche der zierlichen Geräthe der vielbewunderten Ausftellung Philippe's waren auf diefem Wege hergeſtellt. Erwähnenswerth ift auch die ausgedehnte Anwendung der Vernickelung an den Sachen von L. Gaiffe. Leider ganz ohne Vertreter, waren diefe Gegenftände auch die ganze Zeit der Unterfuchung nicht zugängig.

In vorzüglicher Weife waren die Platingefäfse in der Ausstellung der Firma Desmo utis, Quenneffen& Comp. in Paris gefertigt( unter Gruppe XIV ausgeftellt), nur fchienen fie im Metall etwas zu ftark gehalten; es ift die zweck­entſprechend günftigfte Materialerfparnifs, bei dem hohen Preife des Platins bekanntlich eine der Hauptbedingungen ihrer Anwendbarkeit für technifche

Zwecke.

Was das Email anbelangt, begegneten wir in der franzöfifchen Abtheilung einer Ausbildung desfelben in technifcher und künftlerifcher Richtung, welche hierin Frankreich augenblicklich den erften Rang in Europa verleiht. Alle ver­fchiedenen Gattungen, welche die Kunftgefchichte zu den bedeutenderen, oft bei­nahe vergeffenen Techniken zählt, waren vertreten, und zumeift fo durchgeführt, dafs die fchwierige Herftellung als Nebenfache erfcheint.

Seit die letzten Ausftellungen uns mit dem Zellenemail der Orientalen bekannt machten, haben die Franzofen auch diefe fehr heikle Gattung in Angriff genommen und ihre technifch- chemifche Vollendung hierin ift ftaunenswerth. Was Chriftofle an Vafen und Tellern, was Barbedienne in denfelben Arti­keln, namentlich in einer 3 Fufs Diameter haltenden Tifchplatte, einen Goldfafan darftellend, leifteten, hat an Sorgfältigkeit der Arbeit und an Dichte des Emails feine Vorbilder längft übertroffen. Nur die fteinartige Confiftenz der orientalifchen Emails ift abhanden gekommen und wir fahen einen weicheren Flufs als Aushilfs­mittel, um jene bewunderte Dichte des Schmelzes zu erhalten.

In gleicher Vollendung fowohl bei dem eben Erwähnten, als auch bei zahlreichem Anderen, ift die Herftellung der Gruben- Schmelzarbeiten zu finden. Sowohl grofse Werke, wie die kleinften Nippes, zeigen deffen häufige Anwendung. Befonders hervorzuheben find noch die auch erft feit Decennien in Aufnahme gekommenen in der Weife der Limoufiner Emails gehaltenen Arbeiten.

Am genaueften haben fich die von A. Pottier ausgeftellten Arbeiten an ihre Vorbilder gehalten, während Barbedienne, Laffe, Deniére etc. das Limogesemail in freierer Weife verwenden

Italien.

Die Erzeugniffe Italiens in diefer Gruppe haben keinen Auffchwung der Goldfchmied- Kunft in grofsen Werken derfelben aufgewiefen; würdig war nur die Bearbeitung des Edelmetalles zu Schmuckwaaren vertreten.

Freilich ift diefs zunächft ein Verdienft der unübertrefflichen Caftellani's

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in Rom, deren aufser allem Verhältnifs zur gewöhnlichen Schmuckwaare ftehen den Erzeugniffe auch hier wieder ihren gerechten Triumph feiern.