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Heinrich Wolf.
gelegenen Mufter aus verkieftem Holz, über deffen Vorkommen Weiteres nicht zu erheben war.
Frankreich
sandte blos Mahlfteine theils aus maffivem Quarz für Cementmahlerei, theils aus Carreaux von Süfswafferquarz zufammengefetzt für Müllerei.
Von den Ausftellern war Roger fils& Co. wegen feiner Theilnahme an der Jury hors concours. Von diefer Firma waren vorhanden ein maffiver Mahlftein für Cement, dann drei Paar aus Carreaux gefertigte mit weicherem Herzftück für Gries, Weizen- und Roggenmahlerei.
Defsgleichen fandte Alexander Fauqueux in Lyon aus Steinen von La Ferté drei Paar fehr fchön, bei guter Auswahl der Carreaux, gut gearbeitete Steine für Griesmahlerei, dann für Weizen und Roggen und auch für Cement.
Bailly& Comp. in La Ferté fandte ebenfalls drei Paar Mühlfteine aus fehr poröfem Quarz, hier fah man oft fehr kleine Carreaux verwendet, fo dafs zwei Reihen derfelben vom Herzftück gegen die Peripherie hin nöthig und mit Cement verbunden wurden.
Dupety, Theurey- Gueuvin, Bouchon& Co. in La Ferté fandte ebenfalls drei Paar Mahlfteine mit befonders netter Armirung.
Die drei letztgenannten Firmen errangen die Fortfchrittsmedaille. Die Firma Gaillard aîné, Petit& A. Halbou in La Ferté fandte nur einen Mühlftein, aber in ganz vorzüglicher Qualität. Erhielt die Verdienftmedaille. Defsgleichen die Firma J. Moulin in Épernon, Departement Eure et Loire, für zwei Paar Mahlfteine ohne Herzftück, und für ein Paar Mahlfteine mit Herzftück. Das hiezu verwendete Material ift aber weniger gut als jenes von La Ferté, die Steine jedoch nett und zweckmäfsig gearbeitet.
Chaffaing Peyrot& Comp. in Domme, Departement Dordogne, fandte vier Mahlfteine, wofür ihm das Anerkennungsdiplom zu Theil wurde.
Es hatten noch einige Firmen aus Frankreich die Expofition befchickt, welchen aber keine Auszeichnung zuerkannt werden konnte.
Italien
fteht in der Mühlfteinfabrication fehr weit zurück. Was an künftlichen, nach franzöfifcher Art conftruirten Mahlfteinen zu fehen war, zeigt ein noch ungenügendes Verſtändnifs diefer Arbeit. Dagegen waren die anderen Mahlfteine aus heimifchem Materiale, in einem Stücke, gut gearbeitet.
Ceschina e Busi in Brescia brachten einen Mahlftein von weifsem, feinkörnigem Granit, einen von rothem Quarzfandfteine, einen von Puddingftein, dann zwei Schleiffteine aus Sandfteinen der Kreideformation. Es wurde ihnen das Anerkennungsdiplom zuerkannt.
Ferrata e Vitali in Brescia ftellten fünf Sorten Mahlfteine aus, welche den Brüchen im Valle Camonica und dann bei Bergamo und Como entnommen waren. Die Steine waren mit franzöfifcher Schärfung verfehen. Es waren darunter Kreidefandfteine, ein Verrucano und ein Puddingftein aus Quarz und Jaspiskiefeln, welcher nach Art der franzöfifchen aus Carreaux zufammengefetzt war. Die fehr billigen Preife von 400 Francs bis abwärts zu 120 Francs pr. Paar, fichern diefer Firma einen grofsen Vertrieb ihrer Steine, der bis Dalmatien und Egypten reicht. Namentlich find die kleinen Handmühlfteine für Reisfchälung fehr gefucht. Ferrata e Vitali befchäftigen an 200 Arbeiter, fie erhielten ein Anerkennungsdiplom.
An Schleif- und Wetz ft einen fahen wir folche von vorzüglicher Härte und fchöner Arbeit von Taddei Cipriano in Palazzago bei Bergamo; von