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Die Thonwaaren-Industrie (Gruppe IX, Section 2) : Bericht / von Emil Teirich
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Dr. Emil Teirich.

Schöne weifse Thone finden wir ferner bei Znaim, die V. Plankh in Krawfka zu einem guten, dichten, feuerfeften Ziegel verarbeitet, Gessner, Pohl& Comp. brachten, wenn auch in unvollkommener Ausführung Chamotte. fteine aus Müglitz, Graf Larifch feuerfefte Producte, Gasretorten, Ziegel etc. aus Polnifch- Euten bei Oftrau, wo J. M. v. Millers Erben& Hochftätter. die bedeutendfte Thonwaaren Induftrie in Verbindung mit ihrer chemifchen Productenfabrik betreiben, deren Specialität, das Steinzeug, anderen Ortes befprochen werden mufs,

Die reichen Vorkommen von feuerfeften Thonen an den Ufern der Donau in der Umgebung von Krems in Niederöfterreich beuten die Fabriken von H. v. Drafche, dann die Wienerberger Ziegelfabriks- und Bau­gefellfchaft und viele andere Firmen aus, die den Thon auf der Wafferftrafse beziehen.

Ein bedeutender Handel wird in diefer Gegend mit der Ausbeute des feuerfeften Thones getrieben. Namentlich find es die Gruben von Ober- Fucha unweit der Donaulände, welche den fogenannten Tachet" liefern, ein etwas unreines, nicht fehr feuerfeftes und wenig plaftifches Materiale, das unter Anderem. auch das Rohmateriale für die Wiener Ofeninduftrie und die geringe Steinzeug­Manufactur abgibt, die in und um Wien in der Entftehung begriffen ift.

Podufchka verwerthet die Wien zunächft gelegenen Fundorte von

Krummnufsbaum.

Die Wiener Gasretorten- Fabrik der Imperial Continental Gas­affociation, die eine recht gute Ausftellung ihrer Fabricate, leider nicht aus dem beften Materiale lieferte, dann de Cente und Burghart in Wr. Neuftadt, die Fabriken in Ternitz, die von Lederer& Neffeny in Floridsdorf u. f. w., welche vorzugsweife für den Wiener Markt arbeiten, verwenden theils die letzteren Thone und jene aus der Gegend von St. Pölten, oder beziehen ihre Rohproducte aus Blanfko in Mähren.

Auch hier, namentlich von de Cente und Anderen wurde der Verfuch gemacht, Dinasfteine aus den bei Wiener- Neuftadt am Leithagebirge vorkommen­den Quarziten und Quarzfindlingen herzuftellen. Die erzeugten Producte ent­fprechen nur zu geringem Theile den Anforderungen, welche englifche Steine auch minderer Qualität leicht zu befriedigen vermögen.

Böhmens Reichthum an Kaolinen ift bekannt, doch find die grofsen Thon­lager bei Carlsbad, Teplitz und Pilfen nur wenig ausgebeutet und nicht genügend noch nach feuerfeftem Materiale durchforfcht, fo feltfam diefs auch klingen mag. L.& C. Hardtmuth in Budweis erzeugt in feiner Thonwaaren- und Ofenfabrik auch gute feuerfefte Steine, J. D. Stark in Prag ftellte in feinem intereffanten Pavillon eine Reihe von folchen Fabricaten, meift zu chemifchen Zwecken aus. M. Goldfcheider's Erben von Werk Moldau bei Pilfen fandten einige ihrer noch wenig vollkommenen Erzeugniffe, Fürft Schwarzenberg feuerfefte Steine und Thone aus Wittingau.

Auch aus Kärnten und Steiermark, wo mächtige Lager folchen werthvollen Naturproductes noch brach liegen, wo die grofse Eifeninduftrie doch genug Impulfe zur Erzeugung der nothwendigen Chamottefteine geben würde, und wo über Trieft ein lohnender Export zu hoffen wäre, ift diefe Induftrie noch in den erften Anfängen. Freilich hilft der Reichthum des Landes an Magnefit, Quarzit und Serpentin über den Mangel an künftlichem feuerfeftem Materiale leichter hinweg. Die Collectivausftellung der Montaninduftrie von Klagenfurt, die Bau­materialien- Sammlung Kärntens, weifen eine Reihe von feuerfeften Thonen auf, fo die von Liefcha und Fohnsdorf, Köflach u. f. w.

Das Berg und Hüttenwerk Johannesthal in Krain ftellte mittel­mäfsige Quarzfand- Ziegel und gute Thonmuffeln zur Zinkdeftillation nach fchlefi­fchem und belgifchem Mufter aus, J. Holzer zu Gersdorf in Kärnten gleichfalls feuerfefte Steine.