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Dr. Emil Teirich.
Simpfon& Comp. in London, deffen ganze Ausftellung in das englifche Commiffionshaus verlegt wurde, wohin fie einen mit Majolicaplatten verkleideten Kamin geliefert hatten, war damit eigentlich fo gut wie gar nicht repräfentirt. Das, was diefe relativ junge Firma in der Decoration folcher Platten zu leiften vermag, und das den Befuchern der letzten Londoner Ausftellung wohl noch im beften Gedächtniffe fein wird, läfst nur bedauern, dafs wir hier nicht mehr von deren Arbeiten zu fehen bekamen.
Wir halten Simpfons Decorationsatelier in London für eines der vorzüg. lichften und bedeutendften.
An die meiften Fortfchritte in der modernen Fayencetechnik Frankreichs knüpft fich der Name von Th. Deck in Paris, der einen mehr oder minder directen Einflufs bei jeder neuen Errungenfchaft diefes Induftriezweiges nachweislich genommen hat. Denn raftlos und felbftthätig vorwärts ftrebend, ift er theils durch Anregung neuer, theils durch glückliche Vollendung fchon angebahnter Verfahrungsweifen zu ganz vorzüglichen Refultaten gelangt. Man könnte Deck, deffen Fabrication freilich dem Umfange nach ohne jede grofse Bedeutung ift, in feiner künftlerifchen und technifchen Richtung den Minton Frankreichs nennen. Namentlich um Einführung und Imitation der orientalifchen Fayencen hat fich Deck die gröfsten Verdienfte erworben. Gefchmackvoll und edel in feinen Formen, verfügt er über eine Pracht der Farben wie kein Anderer. Durch Ueberfangen derfelben mit einer äufserft brillanten, ftark alkalinifchen Glafur erhöht er noch ganz wefentlich deren Feuer und Wirkung. Die Mannigfaltigkeit des Ausgeftellten erfchwert ein detaillirtes Eingehen auf die einzelnen hochintereffanten Leiftungen, unter denen ein grofses Prachtftück, eine Jardinière nach dem Entwurfe Reiber's vor Allem durch feine Dimenfionen auffiel. Auch hier waren die Motive dem orientalifchen Stile entnommen und die Ausführung im Detail ganz ausgezeichnet fchön. Mit dem ganzen Enfemble der Compofition können wir uns freilich nicht fo ganz zufrieden erklären.
Deck ift perfönlich in feiner Fabrik als ausübender Künftler thätig. Er entwirft namentlich ornamentale Gegenftände und lehnt fich dabei faft immer an den perfifchen Stil an, der, wie wir fchon bemerkten, auf diefer Weltausstellung in allen Induftriezweigen faft in Mode gekommen ift.
Treffliche Kräfte find in Deck's Atelier zudem thätig, unter denen wohl Anker als Porträt- und Genremaler den erften Rang einnimmt. Wer erinnert fich nicht feiner trefflichen Porträt- und Studienköpfe, die mit einem Effect behandelt find, der felten nur in gleicher Vollendung erreicht wird. Nicht minder reizend find Legrains Putten, die Genrebildchen trefflicher Compofition von Renvier, die grofsen Hiftorienbilder von Gluck u. f. w.
Auch Deck wurde mit dem Ehrendiplome ausgezeichnet, das ihm wohl um fo eher zukommt, als er es durch perfönlichen Fleifs und emfiges Studium, als unbedeutender Gehilfe beginnend, in relativ wenigen Jahren zum Rufe eines der bedeutendften Induftriellen gebracht hat.
In ganz anderer Richtung arbeitet E. Collinot in Paris, der uns eine äufserft gut zufammengeftellte Suite von perfifchen und japanefifchen Imitationen brachte, von denen die grofsen Wand- Verkleidungsplatten mit dem paftofen Emailauftrage wirklich fehr überrafchten. Die äufserft fchwierige Bewältigung grofser Emaillagen und vorzügliches Einfchmelzen derfelben ift technifcherfeits, die guten, wirklich im Geifte des Orientes ftudirten Decorationsweifen von künftlerifchem Standpunkte fehr anerkennenswerth.
Auch hier wurden faft durchgehends orientalifche Motive bei der Compofition benützt. Die grofsen Panneaux, fogenannte Cloifonnée- Emails, bei denen das dick und überhöht aufgetragene, ftark zinnhältige Email in kleinen Flächen von der umgebenden Contour zurückweicht und erft auf diefem, gewiffermafsen fo modellirten weifsen Untergrund der Auftrag der anderen Farben erfolgt,