Die Thonwaaren- Induftrie.
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Theekanne ftammte. Die ganze Sammlung diefes hochintereffanten Gebrauchsgefchirres war übrigens zu wenig vollſtändig, um einen richtigen Ueberblick über die Mannigfaltigkeit der Form und Farbengebung zu verfchaffen, die in folcher ordinärer Waare mehr als in dem conventionell decorirten Porzellain zu finden ift.
Nicht fo reich als in Chinas Abtheilung fanden wir die Fayencetechnik Japans durch prächtige Ausführungen repräfentirt. Und doch nimmt gerade die Fayence hier wie dort, wir glauben diefs mit voller Berechtigung behaupten zu können, einen künftlerifch weit höheren Rang ein, als das Porzellan. Gilt diefs nicht von der Form desfelben, fo doch ganz ficher von der coloriftifchen Behandlung der Stücke, in denen fich der ausgebildete Farbenfinn des Orients, deffen Talent für Flächenverzierung ausfpricht. Wir haben fchon im Vorftehenden auf den Zufammenhang vielfach hingewiefen, der zwifchen den orientalifchen Formen und Farbenfchatz und den europäifchen Fabrikanten befteht, die viele und reichliche Anlehen bei ihren entfernten Collegen oft und namentlich in der Neuzeit machten. Und fo bleibt nun nur wenig mehr über die Originale jener vielen Imitationen zu fagen übrig, denen wir vor Allen auf unferem Rundgang durch England und Frankreich begegneten.
Das Prototyp der japanifchen Fayence ift die, aus dem Departement von Kagofima gefandte, unter dem Namen Satfumagefchirr bekannte Waare. Die Formen diefer Gefäfse, welche als die beften und am feinften decorirten gelten, find relativ gut zu nennen. Die Farbe ift meift ein Schwefel- bis Eigelb als Grund, auf dem bunte Blumen in regelmässiger Vertheilung angeordnet find, oder der mit feinen, oft recht fchönlinigen Ornamenten überftrickt erfcheint. Die angewandten Emails find zinnhältig, opak und zeigen alle guten und fchlechten Eigenfchaften derfelben, unter Anderem auch manche Haarriffe. Von befonderer Zierlichkeit fanden wir einige Theeſervice mit fehr matter Malerei. Satfumagefchirr war von jeher und ift noch heute fehr hoch im Preife gehalten.
Aehnlich gefchätzt und charakteriſtiſch für die japanefifche Fayencetechnik ift die Awata waare, fo genannt nach dem Quartier Awata der Stadt Kioto, dem Orte ihrer Erzeugung. Der Scherben ift gelblich weifs und fehr hart, die bunte Decoration der ausgeftellten Theefervice, Schüffeln und Becken erinnert etwas an modern europäiſche Ausführungen.
Eine fehr fleifsige Imitation, namentlich der echten Satfumawaare, ftellte Sampeï, ein junger Fabrikant in Awadji- Sima, Departement Miodo, aus. Die Porzellanthon- Maffe wird mit einer bleihältigen, meift von Haarriffen ziemlich freien Glafur überzogen und diefe bemalt. Die Wahl der Farben und die Ausführung der Malerei übertrifft faft die der Originale. Die Erzeugung diefer Gefäfse datirt erft aus den zwei letzten Jahren.
Eine Sorte von graulich decorirtem Gefchirr für den Hausgebrauch wird im Departement Miné unter dem Namen Bank o yaki- Waare erzeugt, und hat ihren Namen von ihrem Erfinder. Es ift ein ordinäres Fayencegefchirr voll Haarriffen, ziemlich roh mit Blumen und Figuren decorirt, in braunweifslichem Farbenton.
Einige ebenfalls fo verzierte Theekannen von weifslichem Bisquit von ganz befonderer Feinheit, ftammen aus demfelben Departement. Die Erzeugung von Götzenbildern und kleinen Grotefkfiguren, Statuetten u. f. w. aus glafirtem Töpferthon geht in China und Japan ins Maffenhafte. Aus Hiogo und Toukouoka wurden folche eingefandt. Die Arbeit an diefen Figuren, fowie an den gleichzeitig ausgeftellten grau glafirten ordinären Gefchirren ift ziemlich roh.
Wie das ermattete Auge am grünen Anger gefund fich fieht und labt, fo fieht unfer Kunstgewerbe, das erft feit Kurzem zur Erkenntnifs feiner eigenen Schwäche gekommen ift, deffen Productionskraft innerlich erlahmt, deffen Ziele verrückt find, nicht felten auf jene urfprüngliche, unverdorbene Richtung hin, welche wir in der nationalen Hausinduftrie mehr oder minder rein, getreu nach uralten
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