Papierinduftrie.
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Leitrollen, aufserdem geht fenkrecht unter der Achfe desfelben und parallel mit diefer eine Welle, auf welcher vier gröfsere Rollen aufgekeilt find, und die durch eine Riemenfcheibe von einer Transmiffion angetrieben wird. Die erften zwei, die Peripherien der Endkränze des oberen Cylinders tangirenden Rollen fungiren hier als Antriebs- und Tragrollen. Die anderen zwei Rollen legen fich feitlich links und rechts an die Peripherie der Sortircylinder an und dienen hier als Antriebs-, Trag. und Leitrollen. Die tiefer gelegenen Sortircylinder haben auf ihrer äufseren Längsfeite noch je zwei kleinere Leitrollen.
Die Rinne des erften Cylinders erweitert fich nach ihrem Austritte aus dem Innern des Cylinders und überdeckt in ihrer Fortfetzung die beiden tiefer gelegenen Sortircylinder in einem fenkrechten Abftand von circa o 040 Meter, wodurch der Stoff links und rechts der ganzen Cylinderlänge nach auf das Sortirgewebe auffliefst, und kein Cylinder im Stoffe watet. Im Innern der Cylinder befindliche Spritzrohre reinigen continuirlich die Mafchen der Drahtgewebe, wodurch jedes Verfchmieren derfelben verhütet wird. Der Mantel jedes Cylinders befteht aus in der Entfernung von 105 Millimeter an der Peripherie parallel zur Achfe gelagerten, in die Endkränze eingefchraubten, fchmiedeeifernen Rundftäben, in welchen Metalldraht- Ringe in der Entfernung von einem halben Zoll von einander liegen, welche das Sortirfieb unmittelbar tragen. Die Cylinder find fehr fchön rund und laffen leichte Reinigung zu. Die Kraft zur Bewegung iſt eine wefentlich geringere als bei dem älteren Syftem.
Der Entwäfferungscylinder hat Rofetten, die auf der mitten durchgehenden Welle feftgekeilt find, der Siebboden ift ähnlich denen der Sortircylinder, nur kräftiger. Die Abdichtung der Ausgufsflanfche erfolgt durch einen angegoffenen Rand, der in einer Nuth des Holzkaftens geht.
Die ausgeftellt gewefenen Mafchinen, als: Schleifapparat, Raffineur, Sortirungs- und Entwäfferungscylinder find untereinander nicht verbunden, daher die Aufeinanderfolge der Einzeloperationen nicht erfichtlich ift; diefelbe erfolgt folgendermafsen: Von dem Defibreur wird der Stoff in einen Kaften geleitet, in welchem fich der fogenannte Späncylinder befindet, durch welchen die Späne zurückgehalten werden. Von da gelangt der Stoff auf den oberen Vorfortircylinder. Ein Theil desfelben geht durch und fliefst auf die unteren zwei Sortircylinder. Derjenige Stoff, welcher auch diefe paffirt, fliefst dem Entwäfferungscylinder zu, dagegen wird jener Stoff, welcher durch den Vorfortir- und die Sortircylinder nicht durchgeht, in einem unterhalb befindlichen Kaften, welcher mit einem Rührhafpel verfehen ift, gefammelt, und durch eine Pumpe, Syftem Perreaux, auf den Raffineur gehoben.
Wird der Stoff gleich bei der Fabrik zur Papierfabrication verwendet, fo läfst man ihn aus dem Entwäfferungscylinder einfach in Setzkaften fliefsen, um ihn noch etwas mehr zu entwäffern. Wird der Stoff auf nicht zu grofse Entfernungen verfendet, fo läfst man ihn in einen Rührkaften laufen und dann auf die Stoffpreffe, von welcher er in Papierform mit circa 45 Percent Trockengehalt abgenommen und in Säcken verfendet wird.
Diefe Stoffpreffe, welche ebenfalls ausgeftellt war, hat die Form einer kurzen Langfieb- Papiermafchine von 1300 Meter nutzbarer Breite, mit einer kupfernen Bruftwalze, Regifter-, Metalltuch- und Filz- Leitwalzen aus Meffing, zwei Saugapparaten, einer erften und einer Glattpreffe.
Ein Ballen fo getrockneten Holzftoffes lag zur Anficht vor. Soll der Stoff jedoch auf gröfsere Entfernungen verfendet werden, fo wird er von der Stoffpreffe noch über einen Trockenapparat geleitet, der mit directer Feuerung geheizt wird, und welchen er mit 20 Percent Waffergehalt verläfst, da er fich fonft zu fchwer wieder auflöfen würde. An der ausgeftellt gewefenen Stoffpreffe war ein folcher Trockencylinder vorhanden, jedoch können nach Bedarf und Umfang der Production mehrere angebracht werden. Die directe Feuerung wurde gewählt, um das Brennmaterial beffer auszunützen.