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Papier und Papierzeug : (Gruppe XI, Section 1) ; Bericht / von Emil Twerdy
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Emil Twerdy.

Das Gewicht einer Stoffpreffe beträgt circa 4800 Kilo, das eines Trocken­cylinders nebft Stuhlung und Leitwalzen aus Eifen circa 5000 Kilo.

Mit einer Schleifmaschine, einem Raffineur, einem Sortirapparate, einem Entwäfferungscylinder, kann man nach Angabe der Ausfteller in 24 Stunden 7500 Kilogramm lufttrocken gedachten Stoff erzeugen. Eine Stoffpreffe genügt für 3 Schleifmaschinen.

Th.& Fr. Bell haben bereits 78 Schleifmafchinen ausgeführt, und zwar: 34 für die Schweiz, worunter 12 Stück für die Fabrik Perlen bei Luzern mit 700 Pferdekraft, 20 für Frankreich, worunter 10 Stück nach Mandeure, 10 Stück nach Bellegarde, 7 für Baden, 3 für Württemberg, 2 für Baiern, II für Italien und I für Oefterreich. Diefe 78 Mafchinen erfordern für ihren Betrieb eine Gefammt­kraft von über 3000 Pferdekräften.

Von Holzfchleif- Apparaten ift ferner eine patentirte Holzzerfaferungs­Mafchine" von H. Völter und J. M. Voith in Heidenheim an der Brenz, Württem­berg, ausgeftellt. Wie zu erwarten, ift diefe Mafchine in Conftruction und Aus­führung gleich vorzüglich und bietet einige beachtenswerthe Verbefferungen. Das Syftem ift das von Völter urfprünglich aufgeftellte, mit einem verticalen Schleif­ftein. Ein fehr kräftiges, gufseifernes Geftell enthält die Stuhlung der Hauptlager, die Führung der fünf Prefskammern und die Lager der Prefsvorrichtung.

Die Form der Ständer ift derart, dafs der Stein ohne Schwierigkeit heraus­und hereingebracht werden kann, und kein Theil der Mafchine, aufser einem leichten Blechdeckel losgefchraubt zu werden braucht. Die Prefskammern find verftellbar, legen fich genau an den Stein an, und hat jede Preffe ihren eigenen Wafferhahn. Die Preffung erfolgt durch ein an einer Kette hängendes Gewicht, die Kette ift um fämmtliche Rollen gefchlungen, woraus. der Vortheil erwächft, dafs die beim Auslöfen einer oder zweier Preffen frei werdende Kraft fofort von den übrigen Preffen aufgenommen wird, wodurch fowohl Kraft gefpart als auch zugleich ein regelmässiger, ftets fich gleich bleibender Gang der Mafchine erzielt wird. Die Gewichtsbelaftung wird continuirlich von der Mafchine felbft in Thätig­keit erhalten, fo dafs der Arbeiter beim Einlegen des Holzes blofs die Preffe und kein Belaftungsgewicht zu heben hat. Das Auslöfen des Zahnrades, welches durch den Eingriff in die Zahnftange die Preffung bewirkt, von der Kettenrolle, gefchieht durch eine fehr finnreich angeordnete Vorrichtung. Die Kettenrolle fitzt lofe auf der Welle des Zahnrades. Letztere ift hohl und enthält eine fchwache Spindel, die an dem vorderen vorftehenden Ende ein Schraubengewinde befitzt, und durch ein als Mutter fungirendes Handrädchen eine hin- und hergehende Bewegung erhält. Das andere Ende der Spindel hat eine feftgekeilte Frictions- Kuppelungs­muffe, welche in eine gleiche, an die Kettenrolle angegoffene eingreift. Soll Preffung erfolgen, fo wird durch einige Umdrehungen des erwähnten Handrädchens nach rechts die Spindel in die Kettenrolle eingekuppelt und die Zahnrad- Welle mit­genommen, foll foll hingegen die Preffe gehoben werden, fo wird durch einige Umdrehungen nach links die Spindel ausgekuppelt, und die Hebung der Zahn­ftange erfolgt mit Leichtigkeit. Das Aufheben des Gewichtes erfolgt durch einen fchwachen Riemen und Rädervorgelege. Die Prefskammern find allfeitig dicht gefchloffen, daher der Stoff nicht leicht verunreinigt werden kann.

H. Völter hat vom Jahre 1852 bis Ende 1872: 360 Schleifapparate geliefert und zwar von 1852 bis 1859: 13 Mafchinen, 1860 bis 1866: 61 Mafchinen, 1867 bis 1872: 136 Mafchinen, zufammen 210 Mafchinen für Europa und 150 Mafchinen für Nordamerika. Von den patentirten Völter- Voith'fchen Apparaten find bereits 24 Stück im Betriebe. Von den 210 Apparaten arbeiten: in Deutfchland 77, Oefterreich 24, Schweden und Norwegen 53, Rufsland 16, Belgien 12, Frank­reich 10, England 6, Schweiz 6, Italien 3, Dänemark 2 und Spanien I Stück. Die gröfsten, bis jetzt exiftirenden Holzzeug- Fabriken arbeiten mit Völter'fchen Maſchinen, wie z. B. Longed, Munkedal und Skärblacka in Schweden, fodann in Nordamerika, wofelbft folche mit je deren 18, 20 und 24, in ein und demfelben