Papierinduftrie.
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fcheint es, dafs fich diefer Stoff feines geringen Anfehens wegen nur zu ordinären Papieren eignet. Nähere Angaben über die Art der Behandlung des Stoffes, die Erzeugungskoften desfelben etc. konnten nicht ermittelt werden.
Hiemit ift die Reihe der auf der Ausftellung zur Geltung gebrachten Rohftoffe gefchloffen und endigen wir die Betrachtung über diefelben mit dem Ausdruck der Genugthuung, dafs die feit der Parifer Ausftellung verftrichene Periode Wefentliches in Auffindung und Vervollkommnung der zur Papierfabrication tauglichen Rohftoffe geleiftet hat. Die Papierinduftrie darf mit Berechtigung erwarten, dafs auf dem eingefchlagenen Wege und an der Hand der Wiffenfchaft weitere Forfchungen ein Material ausfindig machen werden, welches überall und billig herzuftellen, auch aufserdem geeignet ift, den gefteigerten Anfprüchen an die Güte des Papieres zu genügen.
Die Papierfabriks- Einrichtungen,
Wir haben bei Befprechung der verfchiedenen Rohmaterialien das Hadern Halbzeug nicht als felbftftändiges Material behandelt, da es bei dem heutigen Stande der Dinge als zur Papierfabrication im engeren Sinne gehörig, betrachtet werden mufs. Es bleibt der Zukunft vorbehalten, ob die Arbeitstheilung fo weit gehen wird, dafs auch Hadern- Halbftoff zum Gegenftande einer befonderen, vom eigentlichen Papiermachen unabhängigen Induftrie wird, und felbftftändig als Handelsartikel auftritt. Heute ift bei der Anlage einer Papierfabrik die Nothwendigkeit unausweichlich, eigenen Halbftoff aus Hadern zu erzeugen, und müffen die hierin erreichten Fortfchritte in der Reihe der in den Papierfabriks- Anlagen überhaupt gewonnenen aufgeführt werden.
Es ift bereits Eingangs erwähnt worden dafs die käuflichen Hadern einer genauen Sortirung unterzogen werden müffen. Diefe erfolgt von Hand, und ift hierin keine Aenderung der hergebrachten Manipulationsweife zu verzeichnen.
Schneidmafchinen. Die Hadern- Schneidmafchinen werden nun durchwegs mit rotirenden Trommeln gebaut. Jene Form, bei welcher zwei Meffer radial eingefpannt wurden, kommt mehr und mehr aufser Gebrauch, da die Wirkung des Schnittes von heftigen Erfchütterungen begleitet ift, die fich um fo ftörender erweifen, als die Hadernfchneider gewöhnlich in der oberften Etage des Fabriks gebäudes placirt werden, und defshalb felten ein hinreichend ftabiles Fundament erhalten. Die Hadernfchneider mit um die horizontale Axe rotirenden Trommeln haben einen bedeutend ruhigeren Gang, leiften mehr und nützen fich weniger ab. Gebrüder Sachfenberg, Schiffsbauer und Mafchinenfabrikanten in Rofslau an der Elbe, Anhalt, hatten eine Hadern- Schneidmafchine diefes Syſtems im Annex der deutfchen Mafchinenausftellung ausgeftellt. Die Mafchine ift ganz in Eifen und fehr folid ausgeführt, hat eine gefällige Form und bietet alle Vortheile diefer Anordnung. Die Meffer können leicht herausgenommen und nach dem Schärfen wieder befeftigt werden, letzteres gefchieht durch Schrauben und Keile. Die Zuführungswalze liegt parallel zur Trommelachfe, und erhält erftere den Antrieb durch einen Riemen. Die Mafchine liefert bei einmaligem Schneiden 8 bis 10 Centner per Stunde, bei zweimaligem Schneiden 5 bis 6 Centner, bedarf eines Kraftaufwandes von 3 bis 4 Pferdekräften und koftet 500 Thaler.
Guillotine- Schneidemafchinen waren nicht ausgeftellt.
Die Kochapparate. Diefelben werden jetzt faft nur kugelförmig gebaut und fanden fich zwei Exemplare auf der Ausftellung.
Der Hadernkocher von Gebrüder Decker& Comp. in Canftatt, Württemberg, fafst 20 bis 25 Centner Hadern, ift kugelförmig, das Material Keffelblech auf 12 Atmoſphären probirt, fo dafs die Dampffpannung während des Betriebes 6 Atmoſphären erreichen darf. Im Inneren find Stäbe eingenietet zum Faffen der Hadern und befitzt der Apparat einen halbkugelförmigen durchlöcherten Zwifchen