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Emil Twerdy.
boden, einen Seiher zum Einlaffen des Dampfes und der Lauge, zwei angenietete hohle Drehzapfen, zwei angenietete Mannloch- Auffätze mit Deckel und Verfchlufs zum Füllen und Entleeren, ein Ventil zur Dampfzuführung, fo eingerichtet, dafs die Lauge nicht durch dasfelbe in die Dampfleitung und den Dampfkeffel zurücktreten kann, ein Zulafsventil für Lauge und Waffer, zwei Ablafshähne, einen Abdampfhahn, ein Luftventil, ein Sicherheitsventil, zwei eiferne Lagerftänder, fowie das Triebwerk mit doppelter Räderüberfetzung nebft den Riemenfcheiben.
Der Hadernkocher der Gebrüder Sachfenberg hat die Form einer Kugel von 7 bis 8½ Fufs Weite und fafst 20 bis 25 Centner Lumpen oder 612 bis 7 Centner Stroh. Das Gewicht desfelben beträgt 105 Centner. Die Kugel dreht fich auf zwei gufseifernen Zapfen, welche gleichzeitig zum Ein- und Aus laffen von Dampf und Waffer dienen. Am äufseren Umfange der Kugel find diametral gegenüberftehend zwei gufseiferne Kränze zum Füllen und Entleeren, die durch Deckel verfchloffen werden. Im Innern befindet fich ein aus einzelnen Blechen beftehendes, gürtelförmiges Sieb in etwa drei Zoll Abftand vom Mantel. Der zwifchen Sieb und äufserem Mantel entſtehende, ringförmige Raum fteht mit jedem der beiden Zapfen durch ein an der inneren Fläche des Mantels anliegendes fchmiedeeifernes Rohr in Verbindung. Die einzelnen Bleche des Gürtelfiebes find zum Abfchrauben eingerichtet, um den ringförmigen Raum von Zeit zu Zeit reinigen zu können. Zwei Hähne dienen zum Ablaffen des Waffers aus diefem Raume. Zum befferen Umwenden der Hadern find an dem Siebmantel noch fechs Schienen angebracht. In die Zapfen führen, durch Stopfbüchfen gedichtet, zwei fefte Röhren, von denen das Einlafsrohr mit einem Sperrventile für Waffer, einem folchen für directen Dampf und einem Ventil für indirecten Dampf, das Auslafsrohr mit einem Auslafsventil für Dampf und Waffer, und einem Stutzen für ein Verbindungsrohr mit dem etwaigen Nachbarkocher verfehen ift. Der Betrieb gefchieht mittelft Riemen und doppeltem Rädervorgelege. Die Betriebsfcheibe macht per Minute 40 bis 45 Umdrehungen, was für die Kugel im Mittel gleich 09 Umdrehungen entſpricht. Die Kugel ift für eine Dampffpannung von 4 Atmofphären Ueberdruck conftruirt und wird mit dem doppelten Drucke probirt. Nach Beendigung des Koch- und Wafchproceffes wird der Kocher aufser Thätigkeit gefetzt, die beiden Deckel werden abgenommen und der Kocher abermals in Drehung gefetzt, um fich durch die Mannlochöffnungen mit geringer Nachhilfe felbftthätig zu entleeren. Bei dem Betriebe mehrerer Kocher wird die Einrichtung getroffen, dafs der nach Beendigung der Kochung entweichende Dampf des einen Kochers zum Vorwärmen des anderen benützt wird. Die Anzahl der Kochungen beträgt in 24 Stunden 2 bis 3 für Lumpen, 4 bis 6 für Stroh. Die Kocher werden in 4 Gröfsen, und zwar mit 7. 7, 8, 8% Fufs rheinifch Weite gebaut und faffen 16 bis 35 Centner Hadern oder 5 bis 10 Centner Stroh. Die Wafchvorrichtung befteht entweder aus tellerförmigen inneren oder gürtelförmigen Sieben.
Gebrüder Sachfenberg haben bereits mehr als 200 Kocher ausgeführt. Der Vortheil der kugelförmigen Kocher befteht hauptfächlich darin, dafs felbe leichter und fchneller zu füllen und zu entleeren find als cylindrifche, dafs fie bei gleichem Volumen leichter find, daher weniger Betriebskraft benöthigen und dafs die Oberfläche bei gleichem Inhalt geringer ift als bei cylindrifchen Kochern, daher weniger Abkühlungsfläche haben und weniger Dampf brauchen.
Die Holländer. Wafch- Bleich- und Halbzeug- Holländer find in der Ausftellung gar nicht, dagegen Ganzzeug- Holländer in einigen Eexemplaren vertreten gewefen.
J. G. Landes in München exponirte eine in einem Stück fehr fchöne Holländerwanne, Wagner& Comp. in Cöthen- Anhalt einen completen gegoffene Holländer mit ebenfalls ganz eiferner Wanne. Die Conftruction des letzteren bietet nichts Neues.