Schreib-, Zeichen- und Malerrequifiten.
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In Deutfchland hat fich Brandegger in Ellwangen mit diefem Artikel einen Namen gemacht; doch befchränkt fich deffen Fabricat faft nur auf Wurftdärme.
Ebenfo intereffant als das Eckstein'fche Pergamentpapier ift das von Krufs ausgeftellte Papierleder. Blieben auch die den japanefifchen Muftern nachgeahmten Erzeugniffe ziemlich weit hinter dem Original zurück, und geht auch, namentlich den zu Hutleder beſtimmten Surrogaten jene Weichheit und Gefchmeidigkeit. namentlich aber jene Poröfität ab, die die japanefifchen Producte vermöge des geeigneteren weicheren Rohmaterials auszeichnet, und ift auch deren leichte Zerreifsbarkeit ein grofser Nachtheil für ihre allfeitige Verwendbarkeit, fo ift das Streben Krufs', jenes Product hier einzubürgern und zu verbreiten, ein höchft lobenswerthes zu nennen.
Ebenfo lobenswerth ift die Bemühung Lerch's in Krafsney bei Reichenau, Papiergarn und Papierbänder in diverfen Proben zur Blumenfabrication und dergl. herzuftellen, und diefes Fabricat in vorzüglicher Qualität zu verfertigen.
Luxus und Phantafiepapiere. Nicht zufrieden mit der Rolle, die die nüchterne Gefchäfts- und Utilitätsinduftrie ihm angewiefen, überfchreitet das Papier die Grenzen des Alltäglichen, und betritt das Reich des Luxus und der Phantafie in Geftalt von Blumen und Blättern, von reich verzierten Liebesbriefen, Karten, Bonbonnieren und Cartons, präfentirt fich als glänzende Etiquette, als Orden, als Lichtmanfchette, als Fächer und Bouquethalter, als Tellerpapier und Serviette, und Taufende von Menfchenhänden find heute in allen civilifirten Ländern damit befchäftigt, die prachtvollften Blumen und Knospen aus Papier hervorzuzaubern, die an Schmelz und Farbe die natürlichen faft übertreffen, um Spitzen und Franfen, um Silber- und Goldborden, um Glanz- und Lackpapiere, kurz um die zahlreichen Luxusartikel aus Papier zu erzeugen, die einer Menge von gewöhnlichen Dingen zum Schmuck, zur Zierde dienen und die das Auge des Befchauers erfreuen.
Der Annex des deutfchen Reiches enthielt eine, wenn auch nicht fehr vortheilhaft arrangirte, doch reiche Sammlung diefer Artikel. Noch vor zwei Decennien war Frankreich und namentlich Marion, Bertout und Nouvelle in Paris Alleinherrfcher auf dem weiten Gebiete der Luxuspapier- Induftrie.
nun
Dondorf in Frankfurt, Hagelberg, Schäfer& Scheibe, dann Hellriegel in Berlin, fowie Meifsner& Buch in Leipzig müffen als die Schöpfer diefer vielzweigigen und heiklen Induftriebranche in Deutfchland bezeichnet werden. Nur der aufserordentlichen Pflege und Sorgfalt, die fie vom Beginne dem neuen Productionszweige zuwandten, ift deffen Gedeihen, deffen mehrige Ausdehnung zu verdanken. Jeder der genannten Ausfteller repräfentirt ein eigenes Genre, in dem er Ausgezeichnetes leiftet. So produciren Schäfer& Scheibe verzierte Briefbogen und Karten, Cotillonorden, Reliefs und Kunftdruck- Bilder in reichfter Ausftattung, mit bewundernswerthem Gefchmacke. Hellriegel erzeugt mit 273 Arbeitern für 200.000 Thaler Luxuspapiere, Gratulationskarten etc. herrlichfter Gattung. Vollmer's Luxuspapier für Galanterie- und Confifeurwaaren find reich, mannigfaltig und hübfch; einen reizenden Anblick aber gewähren feine eben fo kunft als gefchmackvoll gefchnittenen und fein ausgeftatteten Teller- und Bouquetpapiere, Atlas- und Crepemanfchetten. Meissner & Buch in Leipzig( früher Bartfch& Comp.) find Meifter in lithographifchen ,. Buntdruck- und Prägearbeiten für Cartonnagen und dergl. und zählen ihre ebenfo mannigfaltigen als kunftvoll durchgeführten Erzeugniffe zu den fchönften Leiftungen auf diefem Gebiete. Allein die obigen find wie erwähnt nur die Gründer diefes Kunft- Induftriezweiges, deren Streben nicht nur Anerkennung, fondern auch Nachahmung fand. Eine der jüngeren Firmen, Ed. Büttner& Comp. in Berlin, verfertigt Luxusbriefe, Buntdruck- Bilder zu Cartonnagen, namentlich aber Cotillonorden in fo effectvoller Form und phantafie
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