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Bier, Malz, sowie Maschinen und Apparate für Brauereien und Mälzereiern (Gruppe IV, Section 2) : Bericht ; Andere gegohrene Flüssigkeiten (Gruppe IV, Section 3) : Bericht / von Gustav Noback / von Eduard Schmidt
Entstehung
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Bier, Malz etc.

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obaDie Anzahl der in Preufsen betriebenen Brauereien ift aus nachftehender Zufammenftellung für das Jahr 1871 erfichtlich.

1871

Gewerbliche Brauereien

Davon waren im Betriebe

Nichtgewerbliche Brauereien

Preufsen, und zwar:

Oft- Preufsen

367

326

68

Weft- Preufsen

118

IIO

Brandenburg

562

537

14

( darunter Berlin)

( 49)

( 49)

(-)

Pommern

199

187

84

Pofen..

216

184

Schlefien

1161

1085

2

Sachfen.

Schleswig- Holftein

Hannover

815

749

49

379

368

392

469

431

427

Weftphalen

Heffen- Naffau

Rheinland.

Thüringifche Gebiete

1126

1016

1544

720

668

6

2071

1828

135

123

Zufammen

8326

109 7598

6

2727

Zur Ergänzung diefer Ueberficht ift noch zu bemerken, dafs auch eine fteuerfreie Bereitung von Bier in Kochkeffeln etc. ftattgefunden hat; es find zu diefem Behufe von den Bierfteuerbehörden 27.983 Erlaubnifsfcheine im Jahre 1871 ertheilt worden, auf Grund deren die fteuerfreie Haustrunk- Bereitung für 136.997 Perfonen ftattgefunden hat. Der Hauptfache nach kommen hiebei in Betracht: Oft- Preufsen mit 23.645 Perfonen, Pommern mit 12.924 Perfonen, Provinz Sachfen mit 3.481 Perfonen, Schleswig- Holftein mit 48.482 Perfonen, Hannover mit 6.406 Perfonen, Weftphalen mit 2.260 Perfonen, Mecklenburg mit 36.217 Perfonen. In allen übrigen, vorſtehend nicht befonders genannten Gebieten Nord- Deutſchlands ift die fteuerfreie Bierbereitung ohne Erheblichkeit gewefen.

Die amtlichen Nachrichten über den Betrieb der Brauereien in Preussen gewähren ein treffendes Bild von dem Zuftande des Grofs- und Klein- Brauerei­gewerbes. Während erfteres in fortwährendem Zunehmen begriffen, ift letzteres immer mehr zurückgegangen. Der Zuftand der kleineren Brauereien in den Städten, noch mehr aber derjenigen auf dem Lande, welche nur für den localen Bedarf betrieben werden, ift veraltet und mangelhaft. Abgefehen von den gerin­gen Betriebsmitteln, über welche die Befitzer meiſtens nur zu verfügen haben, fehit denfelben auch das Intereffe, durch Verbefferungen ihre Brauereien zu heben, da fie mit den gröfseren, intelligent betriebenen Anftalten doch nicht concurriren können. Die kleineren Brauereien gehen daher langfam ein. Was dagegen die gröfseren Etabliffements betrifft, fo werden keine Capitalien gefcheut, diefelben auf das grofsartigfte einzurichten, mit den beften Geräthen und techniſchen Vorrichtungen zu verfehen, mit grofsen zweckmäfsigen Lagerkellereien in Verbin­dung zu fetzen und die Production fortwährend zu fteigern. In Anbetracht der gröfseren Rentabilität diefer rationell eingerichteten Brauereien ift deren Zahl in ftetem Steigen gewefen.

Nach den veröffentlichten ftatiftifchen Erhebungen betrug die Zahl der in Preufsen( exclufive jedoch der beim Thüringifchen Zoll- und Handelsvereine ein­rechnenden Gebietstheile) im Betriebe befindlichen Brauereien nach Mafsgabe ihres Betriebsumfanges:

Malzverarbeitung über

2000 Centner

1000 bis 2000

وو

99

99

499 349

1871 1870 1869 363 333 307 414

100 bis 1000

3484 3618 3614

99

"

و"

von

100 Centner und darunter 3143

3332 3521