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Bier, Malz, sowie Maschinen und Apparate für Brauereien und Mälzereiern (Gruppe IV, Section 2) : Bericht ; Andere gegohrene Flüssigkeiten (Gruppe IV, Section 3) : Bericht / von Gustav Noback / von Eduard Schmidt
Entstehung
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Mafchinen und Apparate für Bierbrauereien.

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felben hermetisch verfchliefsbare Maifchapparate und Filtrircylinder zur Verwen­dung gelangen und dafs alles Kochen von Maifche und Hopfenwürze mit Dampf unter Anwendung einer Luftpumpe vorgenommen werden foll.

Mehrere Etabliffements aus den verfchiedenen Kronländern Oefterreichs, befonders folche für Fabrication von landwirthschaftlichen Mafchinen und Geräthen führten Putz- und Sortirmafchinen für Gerfte und Malz, fowie Malzquetfchen etc. vor, welche weder in Conftruction noch in Ausführungsweife etwas Befonderes darboten.

Der Verfaffer diefes Berichtes( Guftav Nobak in Prag, Quai 16) betheiligte fich bei der Ausstellung durch das Arrangement eines umfaffenden Tableau's von Plänen einer grofsen Anzahl durch ihn in den verfchiedenften Ländern und unter den vielfältigften Vorbedingungen zur Ausführung gebrachter Bierbrauerei- und Malzfabriks- Anlagen. Diefes Plantableau, welches fich in der öftlichen Agricultur­halle befand, hatte dem Fachintereffenten beachtenswerthe Daten geboten. Die aus den in detaillirtem Mafsftabe ausgeführten Plänen( der Zahl nach 42) erficht­lichen Malztennen find durchwegs auf eifernen Säulen, theils auf Gurten, theils auf eifernen Trägern eingewölbt. Die Sohle derfelben liegt circa 2 bis 3 Meter unter der Erde und in zwei Fällen find wegen befchränkten Raumes zwei Tennen übereinander angelegt; überall find in den Umfaffungsmauern zweierlei Gattungen von Ventilationscanälen angebracht, welche in Entfernungen von circa 4 bis 5 Meter fich wiederholen. Die eine Gattung der Züge beginnt im Malztenn en­gewölbe und ift kaminartig in der Umfaffungsmauer bis über das Mälzereidach geführt, während die zweite etwa o 5 Meter über dem Malztennenpflafter beginnt und gleich über dem Hofraum ausmündet. Durch erftere wird die dunftige, con­fumirte und warme Luft abgeführt, durch letztere frifche Luft zugeführt. Sämmtliche hier erwähnte Ventilationscanäle werden durch leicht handzuhabende Droffel­klappen regulirt oder abgefchloffen. Die Lufterneuerung findet in Folge der anfehn­lichen Höhendifferenz zwifchen der Ausmündung des unteren und oberen Venti­lationszuges in felbftthätiger gleichmässiger Weife gründlich ftatt.

Die Doppelmalzdarren find mit einem ftehenden Heizapparat verfehen, der in feinem oberen Theil, welcher bei ftarkem Heizen viel intenfive Hitze auszu­halten hat, eine eigenthümlich ausgeführte Chamottdecke befitzt. Diefe Darren erhalten in den Fällen, wo ein ganz lichtes, helles Malz wie für die böhmifchen und Wiener Biere bereitet werden foll, den eben berührten Heizapparat, während für die Erzielung von dunklerem Malz aufserdem noch ein fchlangenförmiges Heiz­rohr in der Sau angebracht wird. Im letzteren Falle nimmt die vom Schlangen­heizrohre herrührende und direct wirkende ftrahlende Wärme Einflufs.

Die Sudhaus- Anlagen find bei allen Plänen anftofsend und zwar in directer Verbindung mit der Mälzerei fo ausgeführt, dafs fämmtliche Feuerungen: u. z. der Malzdarre, der Pfannen und des Dampfkeffels, in einem gemeinſamen Heizgang vereinigt find. Diefer Umftand vereinfacht die Manipulation mit den Heizmateria­lien fowie mit der Afche und läfst eine leichte Ueberwachung in Bezug auf Feuer gefährlichkeit zu.

Was nun die Gruppirung der übrigen Brauereibetriebsräume, wie Kühlhaus, Gährkeller, Lagerkeller etc. betrifft, fo herrfchen bei fämmtlichen Plänen zwei verfchiedene Anordnungsweifen vor. Bei den Plänen von verfchiedenen durch den Ausfteller ausgeführten Bierbrauereien unter 15.000 Hektoliter jährlicher Pro­duction find direct anfchliefsend an das Mälzerei- und Sudhaus- Gebäude fowohl das Kühlhaus, der darunter liegende Gährkeller wie der Lagerkeller dermafsen ausgeführt, dafs in einem zufammenhängenden Gebäude alle diefe Räume vereinigt find. Bei Anlagen mit gröfserer Bierproduction, wie bei den Actienbrauereien in Pilfen, Prerau, Smichov, Staab, Schlackenwerth u. f. w., finden wir Trennung in zwei Hauptcomplexen vor. Hier find nämlich in einem Gebäudecomplexe Mälzerei, Malzdarre, Sud-, Keffel- und Mafchinenhaus vereinigt, während ein zweiter Gebäudecomplex die übrigen Räume, wie: Kühlhaus, Gährkeller mit Eis,