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Guftav Noback.
Der Kühlrohrcomplex befteht aus fechs oder mehr Kühlrohrfträngen; jeder folcher, aus Gufseifen angefertigt, befitzt in feinem Innern eine gröfsere Anzahl fchwacher kupferner Röhren, welche derart durch Anbringung von Kapfeln vereinigt find, dafs in letzteren das Eiswaffer fliefst, während in den kupfernen Röhrchen, die von eben erwähnten Eiswaffer umgeben find, das zu kühlende Bier circulirt. Die Einftrömungen fowohl für das Eiswaffer wie für das zu kühlende Bier find an entgegengefetzten Seiten eines jeden Kühlrohrftranges angebracht. Während das Bier, von den höher liegenden Kühlfchiffen kommend, die je nach der Gebräugröfse verfchiedene Anzahl von Kühlrohrfträngen paffirt, wird durch Anwendung einer Centrifugalpumpe das aus dem Eiskaften kommende Eiswaffer gezwungen, mit grofser Gefchwindigkeit unter Gegenftrömung den ganzen Apparat zu durchfliefsen. Die an jedem Kühlrohrftrang angebrachten Verfchlüffe dienen dazu, die fämmtlichen Bierleitungsrohre für gründliche Reinigung gehörig zugänglich zu machen.
Die unter der Prick'fchen Ausftellung befindliche Malzquetfche, ganz aus Eifen, befitzt Quetfchwalzen mit gleichem Durchmeffer und ift wie diefs bei allen gröfseren für Mafchinenbetrieb beftimmten Malzquetfchen, erforderlich um Verftaubung zu befeitigen, gefchloffen
Ein viereckiger gläferner Bottich, aus circa fünf Linien ftarken Tafeln zufammengeftellt, ruhte in einer gufseifernen Fufsplatte und wurde durch Winkeleifen- Gerippe zufammengehalten. Die Gebrechlichkeit diefes Materiales documentirte fich durch mehrere Riffe und Sprünge, welche fchon bei der Zufammenftellung des gläfernen Bottichs entftanden.
Die Bierwerkel find nach Conftruction rotirender Pumpen in Meffing ausgeführt und ruhen auf einem eifernen, mit Rädern verfehenen Geftelle.
Gallauner& Stabenow in Prag ftellten unter mehreren, hauptfächlich für Zuckerfabriken beftimmten Ausftellungsobjecten einen Bierkühlapparat aus, deffen Conftruction auf Gegenftrömung bafirt ift. In einem Cylinder von circa 21 Fufs Durchmeffer und 4 Fufs Höhe befindet fich eine fehr grofse Anzahl kupferner Röhren; in diefen fliefst das abzukühlende Bier, während das Eiskühlwaffer durch Gegenftrömung zwifchen diefen Röhrchen und der Wand des ftehenden Cylinders circulirt. Je nach der Gröfse des abzukühlenden Bierquantums können I bis 2 oder 3 folcher cylindrifcher Apparate mit je circa 80 Quadratfufs Kühlfläche aufgeftellt werden.
Gebrüder Ringhoffer in Prag fandten zur Ausstellung einen Kaftenkühlapparat; die Rohre desfelben find aus verzinntem Kupfer, flach und im Querschnitt oval und werden paarweife durch Kapfelverfchlüffe an den Stirnfeiten des Kaftens mit einander vereinigt. Kaftenkühlapparate, welche in der Wefenheit dem eben erwähnten fehr ähnlich waren, wurden ferner ausgeftellt von R. Nitfche in Olmütz, Schwinghakel in Laibach, fowie von einigen aufs eröfterreichifchen
Fabrikanten.
R. Nitfche hatte neben feinem Kühlapparate eine kleine Pichmafchine, bei welcher unmittelbar oberhalb des cylindrifchen Coaksofens die Düfe, durch welche die heifse Luft ausftrömt, fich befindet und auf welche die zu pichenden Gefäfse placirt werden. Der Ventilator fowie deffen Vorgelege befinden fich dicht am Coaksofen.
Im Pavillon von A. J. Mauthner& Sohn befanden fich Modelle eines Gegenftromapparates, wie folcher vor einer langen Reihe von Jahren in der Bierbrauerei zu St. Marx von obgenannter Firma eingeführt wurde, ferner das Modell eines Lagerbierkellers mit Obereis, bei welchem auf vortheilhafte Anwendung von Ventilationszügen befonders Rückficht genommen wurde.
M. Hatfchek und H. Hollefreund brachten durch zwei in der öftlichen landwirthfchaftlichen Maſchinenhalle vertretene Mafchinenfabriken Zeichnungen eines Brau Apparates ihres Syftemes. Aus diefen Zeichnungen fowie weiteren Mittheilungen über diefen Brau Apparat ift zu entnehmen, dafs bei dem