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Guftav Noback.
Bürette läfst man nun vorfichtig fo lange fogenannte Zehntel- Normal- Jodlöfung zu dem Waffer zufliefsen, bis die Farbe der Mifchung möglichft mit derjenigen des Bieres übereinftimmt. Die in folcher Weife auf die hundert Cubikcentimeter Waffer verbrauchten Cubikcentimeter Jodlöfung bezeichnen die Farbentiefe des betreffenden Bieres mit einer grofsen Genauigkeit. Die Vorrichtung hat daher bereits auch an vielen Orten ihren Weg in die Praxis gefunden. Das zum Fixiren der Bürette dienende Stativ charakterifirt fich durch eine befondere Solidität, fördert die Auslöfung und Reinigung der Bürette wefentlich und fetzt diefelbe keiner Gefahr leichten Zerbrechens aus.
Viscofimeter für Bier.( Vollmundigkeitsmeffer). Ebenfalls ein höchft einfaches Inftrumentchen, über das bis jetzt noch keine ausführlichere Publication vorliegt und das fich gleichwohl einer befonderen Theilnahme der Praktiker erfreut, wie es denn auch fchon vielfach in Bierbrauereien als Hilfswerkzeug benutzt wird.
Dasfelbe ift dafür beftimmt, die Vollmundigkeit des Bieres zu meffen und befteht aus einer befonders conftruirten Pipette mit enger Ausflufsmündung, die auf einem entſprechenden Stativ mit Porcellanfufs befeftigt ift. Das Saugrohr diefer Pipette ragt nach Innen bis nahe auf den Grund des Bauches derfelben. Durch diefe Anordnung ift die beim Austropfen der Pipette faugende Flüffigkeitsfäule während der ganzen Dauer desfelben immer die gleiche; es fliefst demnach am Anfange wie am Ende gleich viel Flüffigkeit in derfelben Zeit aus, was bei einer gewöhnlichen Pipette nicht der Fall ift. Um die Zeit, die für das Austropfen eines beftimmten Volumens aus dem Viscofimeter erfordert wird, anzugeben, bedient man fich der Secundenuhr und ift dem Inftrumente hiefür ein markirtes Kölbchen beigefügt. Man füllt das Viscofimeter mit Bier oder Würze nahezu vollſtändig, bringt es oben mit dem Finger gefchloffen auf fein Stativ über das leere eben genannte Kölbchen und zieht nun den Finger zurück, während man in demfelben Augenblicke den Stand des Secundenzeigers der Uhr beobachtet. Die Pipette tropft nun aus und man notirt fich die Zeit, die von der geprüften Flüffigkeit für ihren Ausflufs, refpective des Volumens im Kölbchen bis zur Marke, in Anfpruch genommen wird. Vergleicht man hienach verfchiedene Biere und Würzen mit einander, fo finden, fehr wefentliche und regelmäfsige Unterfchiede ftatt. Das eine Bier fliefst fchneller aus, das andere langfamer, je nachdem es weniger oder mehr Vollmundigkeit befitzt.
Ein vollſtändiger Apparat zur Ermittlung der Extractausbeute aus dem Malze, beftehend aus einem kupfernen Wafferbade mit Thermoftat und Thermometer. Diefes Bad nimmt einen kleinen kupfernen Maifchkeffel für etwa 50 Gramm Malzfchrot auf, welche für die Probe mit 200 Cubikcentimeter Waffer eingemaifcht werden und wobei ein zweites Thermometer als Maifchfcheit dient.
Für die Beftimmung der Extractausbeute aus dem Malze, eine Frage, die in neuerer Zeit um fo wichtiger geworden ift, als man bereits vielfach den Preis des Malzes nach der Extractausbeute beftimmt, wie man das Malz nach dem Extractgehalte kauft, find gegenwärtig namentlich die zwei nachfolgenden Methoden in Gebrauch:
1. Nach der Proportionalität zwifchen Waffer und Extract in der Maifchwürze;
2. Extractbeftimmung aus dem Abfchwächungsgrade, welchen die Würze beim Verdünnen mit einer beftimmten Menge Waffer erleidet oder fogenannte Methode aus zwei Filtraten.
Apparat zur Zuckerbeftimmung in der Würze und dem Biere. Die Zuckerbeftimmung in dem Biere und namentlich in der Würze wird in neuerer Zeit immer häufiger in den Brauereien angewendet; auch fie ift kein hie und da einmal ausgeführter, rein wiffenfchaftlicher Laboratoriumsverfuch mehr, vielmehr fucht man fchon vielorts an der Hand derfelben fein Sudverfahren u. f. w. zu überwachen und zu leiten. Die Wichtigkeit derfelben für die Praxis leuchtet auch