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J. F. Radinger;
Ich entnahm diefer Mafchine zu wiederholten Malen Indicatorcurven, welche ftets bei kleinen Füllungen faft tadellofe, bei gröfseren Füllungen jedoch Diagramme gaben, welche einen bedeutenden Anfangs Gegendruck verriethen. Wohl konnten die gröfseren Füllungen nur durch das Niederdrücken des Regulators während eines oder zweier Hube erreicht werden, indem die Mafchine fonft nur wenig trieb; die fchief anfteigenden urd nicht horizontalen Einftrömlinien, welche zu erreichen gewifs nicht in der Abficht der Ausfteller lag, zeigt aber die Mafchine oder wenigftens deren Montirung auch in diefer Richtung nicht fehlerfrei.
Was die weitere Dimenfionsgebung betrifft, fo waren die Stär. ken mit Ausnahme des KreuzkopfZapfens normal. In der Führung herrfchten 14, im Kurbellager 13, am Kurbelzapfen 49 Atmoſphären Auflagedruck, während derfelbe im Kreuzkopf- Zapfen( 60 Millimeter dick, 90 lang) 157 Atmoſphären erreichen und beibehalten würde,
wenn die Mafchine mit vollem Drucke und hoher Füllung arbeiten müsste. Hierbei wäre ein Warmlaufen( wegen des trockenen Ganges und Auspreifens aes Oeles) nahegebracht Die Abnützungen von Kurbel- und Lagerzapfen werden aber mafsig fein. denn die Arbeiten derfelben mit o 29 und o'64 KilogrammMeter per Secunde und per Quadratcentimeter überfchreiten nicht das normale Mafs.
Die Detailconftruction war in allen Theilen vorzüglich. Der Innencylinder fteckte von einigen abgedrehten Nafen vorne und hinten im Umkreife gehalten in dem Aufsen cylinder, deffen correfpondirende Angüffe ausgedreht waren. In den Berührungsfugen beider flak ein kleiner Bolzen als Verficherung gegen das Drehen und Erleichterung für das Montiren gefchraubt. Innen- und Aufsen cylinder trugen an den Stirnflächen ihrer flanfchförmigen Ränder je eine Rinne eingedreht, in welche je ein vorfpringender Ringzahn des Deckels griff. Am Boden jeder Rinne lag eine Kautfchukfchnur zur Dichtung, was den ganzen Zwifchenraum vom Innencylinder und Aufsenmantel zur Leitung für den oben ankommenden Keffel