Société de Mariemont.
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die Touren zwifchen 4 und 20 per Minuten veränderlich fein follen, und hierauf von zwei Linien gefchnitten, welche die Gefchwindigkeitsgrenzen o 25 und 18 Meter per Secunde am todten Punkt bezeichneten.
Daraus fah man denn, wie grofse Tourenzahlen folcher Mafchinen nur mit leichten Schwungrädern möglich find, indem nur diefe trotz der hohen mittleren Gefchwindigkeit jene mäfsigen Werthe am todten Punkte geben, welche den ftofsfreien Gang der Pumpe zulaffen; wenn man aber zu kleinen Hubzahlen niederfteigt, auch fchwere Schwungräder herangezogen werden müffen, welche aber bei den früheren Gefchwindigkeiten zerftörend wirken würden.
Daher wurde diefe Mafchine mit einem Rade ausgeftattet, welches bei 8 Meter Durchmeffer ein veränderbares Gewicht von 71 bis 40 Tonnen Gewicht erhält, und daher 1212 bis 4 Hube per Minute machen kann, ohne dafs die Gefchwindigkeiten im Kurbelkreife am todten Punkte die gefährlichen Grenzen von 18 und o 25 Meter paffiren.
Diefe Mafchine ftand nur in der Zeichnung mit einer Reihe von anderen intereffanten Bergbau Apparaten diefes Haufes ausgeftellt. Von letzteren mag hier eine mit Moos gedichtete Stopfbüchfe erwähnt fein, mit welcher der unterfte Ring einer gufseifernen Schachtauskleidung von 193 Meter Tiefe bei 3.65 Meter Durchmeffer während des Niedertreibens ausgeftattet war.
L. Prunier in Lyon.
Die Niederdruck- Wafferleitungsmafchine beftand aus einem durch centrales Ausräumen verfenkten 800 Millimeter weiten gufseifernen Grundrohre, auf deffen oberfter Flanfche direct und offen der 400 Millimeter weite Pumpencylinder, der Ausgufskaften und durch einen kurzen Ständer getrennt der 600 Millimeter weite Dampfcylinder ftand.
Der Pumpencylinder war aber nicht Tragconftruction, fondern ein I'O Meter weites Rohr um ihn, in deffen Oberring, dem Ausgufskaften, er aufgehängt war, während er unten mittelft einer Stopfbüchfe ins waffervolle Grundrohr tauchte.
Vom Dampfkolben( 0.60 Meter Hub) ging fowohl eine obere als eine untere Kolbenftange aus. Die obere Kolbenftange trieb eine faft 5 Meter über der Bafis gelagerte gekröpfte Kurbelwelle, welche aufser den Lagern zwei fymmetrifche Schwungräder und in deffen Armen je einen genau der Kurbelftellung gegenüber ftehenden Zapfen trug. Von diefem hingen zwei je 3.78 Meter lange Schubftangen nieder und fafsten eine Traverfe an, welche in dem Trennungsständer von Pumpen- und Dampfcylinder geführt war.
Von der Mitte der Traverſe reichte eine hohle Kolbenstange in den Pumpenkörper und durch fie hindurch die zweite direct maffiv nach abwärts führende untere Kolbenstange des Dampfkolbens. An der hohlen fowie tiefer unten an der maffiven Stange hing je ein mit Stufenventilen verfehener Kolben und beide arbeiteten in einem und demfelben Pumpencylinder, in einander ftets entgegengefetzter Bewegung, wie von Kurbeln unter 180 Grad getrieben.
Die Ventilkolben näherten fich alfo der halben Länge ihres Cylinders gleichzeitig oder entfernten fich von ihr, und lieferten fo eine gleiche Waffermenge beim Auf- und Niedergang, trotzdem nur zwei Ventilfyfteme vorhanden
waren.
Um nun diefem hohen und fchmalbafigen Bau die möglichfte Sicherheit gegen das Schwanken zu verleihen, waren alle Maffen balancirt und griffen alle Kräfte centrifch oder fymmetriſch an.
So waren nun auch die Vertheilungsfchieber des Dampfcylinders getrennt und zu beiden Seiten desfelben angegoffen. Der eine kam beim oberen Cylinderdeckel, der andere in die Nähe des eingegoffenen Bodens zu ftehen und jeder wurde durch ein eigenes, eben zwifchen Kurbelkröpfung und Lager untergebrachtes