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J. F. Radinger.
Die Couliffe fchwang in der halben Geradführungslänge und zwifchen hier und dem Cylinder ftand der Reverfirhebel direct auf der tief gelagerten, nach aufwärts reichenden Achfe jenes balancirten Armes, deffen Hängftange die Couliffe oben gehalten trägt. Der Zahnbogen bildete mit der Augenführung der Schieberftange, welche knapp hinter dem Hebel vorbeiging, und deffen tiefer Lagerung ein einziges, feitlich an den Grundrahmen gefchraubtes Stück.
Diefe Steuerung ftand felbftverständlich auf der Schieberkaften Seite, wodurch Einftrömventil, Reverfirung und der Fufstritt für die Bremfe nebeneinanderliegen und ohne jedes Geftänge vom gemeinfamen Standpunkte beherrscht werden. Die Speifepumpe für den Keffel lag auf der drüberen Seite der Maschine und fchönheitshalber der Kurbel gegenüber. Der dünne Kolben wird von der nach aufsen verlängerten Traverfe mit einem Mitnehmer mit Einfteckkeil getrieben; und da die gleichdick( 39 Millimeter) fortlaufende Pumpenkolben- Stange keine weitere Führung zwifchen Keilung und Stopfbüchfe befitzt, wobei fie 16 Meter freiliegend auf Druck beansprucht ift, fo machte diefes Detail einen beunruhigenden Eindruck.
Die Mafchine war mit einem ihrer fonftigen Conftruction, ihrem Zwecke und ihren Anfprüchen nicht zukommenden Luxus ausgeftattet, den die deckenden Stopfbüchfen, die flachen Stangen und endlich der gold ornamentirte und edles Holz imitirende Anftrich der Cylinderverfchalung etc. brachten.
Das Gefammtgewicht diefer 16pferdig benannten Mafchine betrug 5125 Kilogramm( 45 Kilogramm per 1 Quadratcentimeter Cylinderquerfchnitt) und ihr Preis 1300 Thaler.
Wilhelmshütte in Sprottau.
Die Wilhelmshütte in Sprottau( Schlefien) fandte eine grofse Fördermafchine mit Ventilfteuerung, von welcher ich aber keine Mafse befitze.
Die Cylinder der doppelt wirkenden Mafchine lagen je auf zwei Querfüfsen mit Grundplatten und fchloffen vorn an Bajonnetbalken, deren Führungen dachförmig eingehobelt, aber vorn durch keinen Schlufsring verbunden waren. Die Kolbenftangen hatten hintere Schuhführungen und waren vorne in fchmied. eiferne Gabelkreuzköpfe gekeilt, welche fich nach dem Original- Corlifs- Mufter am Maffivtheile, alfo excentrifch zur Druckrichtung auf die nachftellbaren Führungsplatten ftützten.
Die Schubftangenköpfe waren mit überlegten Bügeln, Einfchubkeilen und Durchfteckfchraube gefchloffen, während fich die Hinterfchalen auf einen Keil ( und vordere Zangen einlage) ftützten.
Die fchmiedeifernen Kurbeln ftanden knapp an dem Lager, welche mit übergreifenden Deckeln und nur an den Aufsenfeiten mit je zwei Nachftellfchrauben in der Wange ausgeftattet waren, während die Innenfeite derfelben zur Fügung an den Hauptbalken benützt wurden.
Die Excenter hielten nur mit Stellfchrauben auf der gemeinsamen Welle, während die Stangen von den Gufsringen zu den Couliffen liefen. Jede derfelben fchwang um eine Achfe in ihrer Mitte, die auf einem Horn an der Rückfeite des Bajonnetbalkens gelagert war und nahm einen Knaggenhebel auf. den die unten durchlaufende gleichfalls im Horn geftützte Welle des Reverfirhebels mittelft eines Armes hob oder fenkte und fo die Bewegungsrichtung umkehrte.
Seitlich der Cylinder ftand nun die Ventilbatterie je aus einem mittleren Dampfventile mit Handgriffrad, daneben die Steuerungs- Einftrömventile und aufsen die Auslafsventile enthaltend. Die vier Steuerventile hatten je Stangen mit oberen Belaftungskugeln, um die Stopfbüchfen- Reibung für den Niedergang unfchädlich zu machen, während ihr Hub durch Hebel zu erfolgen hat, welche durch die Steuerdaumen( Knaggen) bewegt werden.