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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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J F. Radinger.

Friedrich Wannieck in Brünn.

Diefe Firma ftelte eine grofse Corlifs- Mafchine mit neuem Steuerungs­fyftem und mehrere kleinere Dampfmafchinen aus. Erftere war im Gang und trieb einen Theil der öfterreichifchen Transmiffion.

Die nominell 35pferdige Corlifs- Mafchine folgte in den Hauptformen dem bekannten Mufter. Der Dampfcylinder trug feine vier Schieberräume angegoffen Die und ftand mit zwei Querfüfsen und einer Grundplatte auf dem Fundament. Verbindung zum Lager hin gefchah mit einem hohlen Seitenbalken, welcher vorn die Führung gänzlich offen und unter dem Lager den direct auf das Fun­dament gefchraubten Tragblock angegoffen enthielt. Die Luftpumpe lag tief im Grunde und wurde von dem verlängerten Kurbelzapfen mit niederhängender Lenkftange und Winkelhebel betrieben. Die Arbeitsübertragung gefchah vom holzverzahnten Schwungrad auf eine unten liegende Welle.

Der Dampfcylinder war einfach gegoffen und auf 435 Millimeter Weite gebohrt. Der Kolben hatte o 95 Meter Hub mit 50 Touren per Minute zu durch­laufen oder 1 6 Meter Gefchwindigkeit per Secunde. Das Dampfrohr für die Zuleitung mafs 115 Millimeter Durch­meffer, was 14 des Cylinderquerfchnit­tes und bei der oberen Kolbenge­fchwindigkeit 22 Meter Dampfgefchwin­digkeit per Secunde gibt. Diefe mässige Gefchwindigkeit leitet den vollen Druck während des Hubes leicht in den Cylinder und da das Ausftrömrohr 150 Millimeter weit war( Cylinder Quer­ſchnitt), fo fteht eine ungedroffelte Dampfvertheilung zu erwarten, welches auch die der Mafchine entnommenen Diagramme bezeugen.

Die angegoffenen Tragfüfse des Cylinders ftanden wohl auf einer einfach gefenfterten Gufsplatte, welche gleichfam nur das für das niederführende Aus­ftrömrohr durchbrochene Mauerwerk zu decken hatte, aber die Fundament­fchrauben gingen durch und fafsten die Cylinderfüfse direct.

Die Kolbenftange war auf der Treibfeite 67 Millimeter ftark, und rück­wärts verlängert von einer Stopfbüchfe getragen.

Der Kreuzkopf war gabelförmig und trug feine obere und untere Füh­rungsplatte durch je einen centrifchen Keil nachftellbar. Die Führung gefchah mit dachförmigen Platten von je 150 Millimeter Projectionsbreite und 470 Milli­meter Länge, was bei den 6 Atmoſphären abfoluten Druck auf den Kolben einen Führungsdruck von 25 Kilogramm per Quadratcentimeter gibt.

Der Kreuzkopfzapfen mafs circa 70 Millimeter Durchmeffer und 100 Milli­meter Länge und erfährt nachdem den bedeutenden Schalendruck von 124 Atmoſphären.

Die Schubftange hatte beim Kreuzkopf einen gefchloffenen und beim Kurbelzapfen einen offenen Kopf. Der Bügel des letzteren war jedoch mit dem Stangenende durch zwei Querftreifkeile und die Beilagzange des nach ein wärts der Schalen fitzenden Keiles feft verbunden wodurch die Stangenlänge leichter zu erhalten bleibt.

Der Kurbelzapfen war 95 Millimeter dick und 132 Millimeter lang. Ihn belaftet die Schale mit 69 Atmoſphären Auflagedruck, welche bei der Drehung 0.82 Kilo­gramm- Meter Abnützarbeit per Quadratcentimeter und Secunde erleidet. Der Kurbelzapfen itak von rückwärts in der fchmiedeifernen Kurbel und wurde durch die Stange nicht genau in feiner halben Länge, fondern etwas mehr gegen Innen zu angegriffen, was feine eigene Feftigkeit erhöht und auch im Verein mit dem Umitand, dafs die Kurbel mit o 8 Bohrungsdurchmeffer als Nabenlänge und ohne