Dokument 
Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen

232

J. F. Radinger.

Im Catalog diefer Firma find die Effecte diefer Locomobile nach halben Pferdeftärken( 212, 3% etc.) normal eingeftellt.

Hermann Lachapelle in Paris. Ueber Keffel und Dampfmaschinen dieses Haufes wurde bereits ausführlich berichtet. Die Maschine ift hier mittelft zweier umfpannter Eifenreifen mit dem Keffel verbunden, welche ftatt der Grund­fchrauben von der Hauptplatte ausgehen und durch Rechts- und Linksgewinde unter dem Keffel fchliefsen.

Die

6-,

8., und 10- pferdigen Mafchinen

befitzen Cylinder von 175, 195 270, 300 155, 140

Kolben

"

94

99

220 Millimeter Durchmeffer, 330 Millimeter Hub und machen 125 Spiele per Minute, was eine Kolbengefchwindigkeit von 14 Meter per Secunde gibt. Diefe Maſchinen find 3400, 4000 und 4500 Kilogramm fchwer und koften

5600, 7000

8400 Franken.

Chevalier& Grenier in Lyon. Vollkommen gleich mit der unter den Halblocomobilen befchriebenen Mafchine. Das Ganze fteht hier nur auf kleinen Rändern.

Société Centrale in Pantin. Die Locomobile beftand aus einem Keffel mit herausziehbarem Innentheil, und einer mit durchgehender Fundament­platte aufgelegten Dampfmafchine, wie folche bereits unter Dampfkeffel und Halblocomobilen befchrieben find.

Del Ferdinand in Vierzon. Diefe Locomobile beftand gleichfalls aus einer normalen Mafchine auf completer Grundplatte, welche auf einem langen Keffel mit cylindrifcher Feuerbüchfe( fiehe Keffelbericht) lag. Der Cylinder war aufgefchraubt, die Führung gefchah zwifchen vier fchweren Gufslinealen und die Lagerung in ebenen und ganz gewöhnlich zweitheiligen Lagern mit horizontaler Fuge und ohne irgend eine Vorrichtung zum Nachftellen. Ein Federregulator ging zur Droffel.

J. Belleville& C. in Paris. Eine der bereits befchriebenen Halb­locomobile, auf die zwei hohen und fchwachen Räder einer unter dem Schwer­punkt des Ganzen durchgehenden Achfe gefetzt, war Locomobile benannt.

Backer& Rueb in Breda. Der Keffel diefer Locomobile ift ftehend und wurde bereits im Keffelberichte befchrieben. Er hängt in einem genietheten Blechrahmen, deffen Bruftbaum ihn halb umfchlingt und trägt oben an einer eigens vorgenietheten, brückenförmigen Blechunterlage den Cylinder. Genau in der halben Wagenlänge und Breite befindet fich die Kröpfung der Kurbelwelle, welche in drei fchiefen Lagern ruht und von der ein einziges Excenter den ein­fachen Schieber bewegt. Regulator ift keiner vorhanden. Der Rahmen liegt auf einer feften Hinter- und einer drehbaren Vorderachfe und von der Mafchine wird das leichte Umwenden angerühmt, nachdem das Vordergeftell durch den Keffel nicht beirrt wird.

Der Preis diefer 4pferdigen Mafchine war 2000 fl. loco Wien.

Lilpop Rau& C. in Warfchau. Auf einem fahrbaren eifernen Gestell ftand in der Nähe der Hinterachfe ein Field'fcher Keffel, an welchem fich oben die vom Bruftbaum herkommende Grundplatte der Mafchine ftützte. Diefe war unge­fähr unter 30 Grade gegen den Horizont geneigt und enthielt die Führungsfchiene angegoffen, auf welcher der Kreuzkopf mit zwei feitlich unterfangenen Gegen­platten lief. Die oberen Kurbellager waren horizontal gefchnitten und ftanden daher gegen die Druckrichtung fchief. Die Steuerung war eine einfache und Regulator keiner vorhanden. Im Winkel zwifchen Keffel und Platte ftand ein