A. Schmid in Zürich.
257 Grundplatte eingehangene Zugfchraube an, deren Mutter das Niederdrücken der Traverfe und daher auch das des Cylinders mit gewünſchter Feinheit geftattet. Der Cylinder enthält ein Schiebergeficht angegoffen, welches cylindrifch geformt ift und deffen Krümmung jener Querachfe folgt, um welche das Ganze fchwingt. Die Grundplatte trägt eine congruent gehaltene Fläche und nachdem beide mit dem benöthigten Druck aufeinander geprefst werden können, laufen die zufammengefchliffenen Flächen völlig dicht.
An die Fläche am Cylinder münden nun die zwei Dampfwege von der vorderen und rückwärtigen Kolbenfeite und an jener der Grundplatte münden drei Spalten, deren mittlere mit dem feitlich zukommenden Wafferzuleitungs- Rohr in Verbindung fteht, während die beiden Aufsenfpalten zum Ablauf führen. Durch die Ofcillation des Cylinders kommen nun abwechſelnd die vorderen und hin teren Wafferwege über die Zu- oder Abftrömfpalten an die Grundplatte und fo fteuert fich denn die Mafchine ohne gefonderten Antrieb von felbft.
Solch eine Steuerung wäre für Dampf ganz verwerflich, denn fie läfst nicht nur keine Expanfion, fondern auch kein lineares Voreilen zu, indem diefes, wenn ja beim Hubbeginn vorhanden. als Nacheilen beim Schluffe wieder auftreten würde. Aber für Waffer fcheint fie ganz zufriedenftellend zu wirken und ihre Einfachheit fpricht weiters für ihren Beftand.
Auch die leichte Möglichkeit des Nachfehens mufs als einer ihrer Vortheile erwähnt werden, indem nach Lüftung der Traversfchraube und Ueberfchlagen des Hebelrahmens der Cylinder mit diefem fich heben läfst und die Schieberflächen blofslegt. Thatfächlich hub mir Herr Schmid einen Cylinder vom Sitz welcher von Beginn der Ausftellung bis zu jenem Tage( 22. September) täglich und faft ununterbrochen arbeitete und wobei keine Abnützung ficht
bar war.
Die Lagerung des Cylinders in die gufseifernen Hebel findet mit eingelegten zweitheiligen Schalen ftatt, deren hintere je mit einem Keile nachzuftelien ift, wenn fich unter dem Druck und der Bewegung des Schildzapfens ein fchäd liches Spiel einftellt. Diefe Nachftellung ift in Folge der geringen Drehbewegung nur felten nöthig, was um fo erwünſchter ift, als fie, wenn mit grober Hand vor. genommen, leicht ungleiche Anzüge und eine Verrückung der Steuerfpalten her. vorrufen könnte.
Die übrige Detailconftruction ift höchft einfach. Die Grundplatte ift hohl gegoffen und derart hoch, dafs fie das weite Ablaufrohr aufnehmen kann; fie enthält aufser dem Schiebergeficht noch die beiden Lager für die gekröpfte Kurbelwelle angegoffen, deren unter 45 Grad gefchnittene Deckel jeder Anforderung genügen. Der Cylinder ift mit dem Hinterboden in Einem gegoffen und enthält einen einfachen Gufskolben, deffen hinten verfchraubte Stange vorn bei der Welle gleich zum Lagerkopf ausgefchmiedet erfcheint und den Deckel mit zwei Durchfteckfchrauben hält.
Eine Mafchine, welche nominell bei 20 Meter Wafferfäulendruck 1/2 Pferdekraft leiften foll, aber bis 3/4 Pferdekraft gibt, hat 80 Millimeter Cylinderbohrung und arbeitet mit 100 Millimeter Hub und 150 Umdrehungen per Minute oder einer Kolbengefchwindigkeit von o 5 Meter per Secunde. Das Zuleitungsrohr ift unmittelbar an der Mafchine mit einem ziemlich hohen Windkeffel verfehen und hat 40 Millimeter lichten Durchmeffer oder 1/4 der Cylinderfläche, während die Durchlafsfpalten mit 20 und 80 Millimeter Seitenlänge 1/ 3.7 und das Ablaufrohr bei 60 Millimeter Weite 1/18 diefer Fläche als Querschnitt beutzen.
Schmid gibt den Nutzeffect diefer Motoren zu 80 bis 90 Percent an, was wohl nur für langfameren Gang gelten wird.
Solch ein halbpferdiger Motor benöthigt per Stunde 9.0 Cubikmeter ( circa 160 Eimer) an Betriebswaffer, welch bedeutender Confum einer jener Factoren ift, welche feine Benützung bei befchränkt zur Verfügung stehenden