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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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J. F. Radinger.

Der Regulator von Adler& Panowsky Paulshütte bei Sohrau.

In einem cylindrifchen Blechgehäufe rotiren um eine verticale Achfe vier von kurzen Armen getragene Flügel mit bedeutender Gefchwindigkeit und der Apparat wirkt daher als Luftfchraube. Die gleichfalls in Blech ausgeführten Flügel find in einer Nabe verbunden, welche erft eine mehr oder minder fchwere Belaftungsfcheibe und tiefer unten die Manchette für das Stellzeug trägt Steigt die Gefchwindigkeit der Mafchine fo wächft die Energie, mit de fich die Schraubenflügel erheben wollen, und die fteigende Manchette bewegt dann das fernere Geftänge. während bei verzögerndem Gang das Umgekehrte eintritt.

Selbstverständlich ift folch ein Regulator völlig aftatifch und durch das Gewicht der Belaftungsfcheibe für geänderte Normalgefchwindigkeit einzuftellen. er bedarf aber dagegen ähnlich dem Allen- Regulator fortwährender thatfächlicher Arbeit, während bei den Pendel regulatoren nur die Reibungswiderftände zu über­winden find.

Jedesfalls ift aber folch ein Regulator einfach und billig und fcheint in gefchloffenen Räumen wirken zu können.

In der Ausftellung war diefer Regulator nicht in Gang.

Die Riemen.

Die Güte der Riemen hängt felb ftverſtändlich vom Rohmateriale und dem Gerbeprocefs ab, und es ift Sache des Berichtes über Leder, fich über beide zu ergehen. Im Allgemeinen fcheint darin keine Aenderung eingetreten zu fein und faft alle Ausfteller brachten Riemen von bekanntem Anfehen, wobei gewöhn­lich ein Mufterexemplar von 500-520 Millimeter Breite vorkam.

In Deutfchland fcheint fich die Gerbung auf Riemen mit Hemlok( ameri­kanifche Fichte) zu verbreiten, deren Ergebnifs fich äufserlich durch eine rothe Oberfläche und im Schnitt durch ein weifses, faft kryftallinifches Anfehen kenn­zeichnet. Diefe Riemen find weicher, biegfamer, und daher in Folge ihres innigeren Anfchmiegens an die Scheiben für den Transmiffionsbetrieb von diefem Stand­punkte beffer, als die mehr fteif erhaltenen Riemen der alten Geromethoden. Jene Scheiben in der Ausftellung, über welche folche Riemen liefen, bewahrten eine trübe Lauffläche, zum Zeichen, dafs kein Gleiten auf ihnen ftattfindet, was übrigens auch von geringer Kraftübertragung herrühren mochte und keinen directen Mafsftab abgibt. Feftigkeitsproben konnte ich mit folchen Riemen nicht vornehmen und erfuhr auch keine Refultate von anderwärts darüber. Einer unferer bedeutendften Lederfabrikanten, den ich über diefe Gerbmethode befragte, verwirft diefelbe und begründet fein Urtheil aus dem erwähnten kryftallinifchen Anblick des Querfchnittes, welcher von Gerbftoff Kryftallen herrühre, während eine Grundbedingung der Güte das vollständige Auswafchen der Gerbfäure, welche fonft fortarbeitet, aus dem Leder fei. Ueberdiefs fei die Fafer mehr umhüllt als verfilzt, was den Riemen wohl weich, aber minder feft werden laffe.

Whitley Partner's Helvetia"- Riemen follen durch eine eigene Gerbmethode eine höhere Feftigkeit und Gefchmeidigkeit als gewöhnliche Riemen erhalten. Verfuche, welche von Kirkaldy damit vorgenommen wurden, ergaben folgendes Verhalten:

Riemenbreite 304 Millimeter

ማን

99

254 201

99

Bruch bei

einfachen Riemen

Doppelriemen 8030 Kilogramm

5380 1790

" 9

2710

während gewöhnliche englifche Riemen eine um 10 bis 30 Percent geringere Zerreifsfeftigkeit zeigen.