Die Riemen.
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Nachdem gröfsere Breiten als folche von 2 Meter nicht wohl zu erhalten find und die Riemen durch die mehrfache Verdopplung unerträglich fteif werden, verfuchen es die Fabrikanten, durch andere Zufammenfetzungen jene Stärke zu erlangen, welche die einfache Form nicht gibt, und hier ift zu erwähnen:
Scellos Domange& Comp. in Paris erreichen einen Riemen von 20 Millimeter Dicke bei 500 Millimeter Breite durch flaches Aneinanderleimen von circa 120 einzelnen hochkantig laufenden Lederftreifen, deren auslaufende Stöfse felbftverftändlich Voll auf Fug liegen. Solch ein Riemen, homogener Riemen genannt, foll 250 Pferde( ohne weitere Angaben) übertragen können
Andere Riemen diefes Haufes waren einfach und mit zwei aufgenähten Seitenborten verfehen.
Sampfon& Comp. in Manchefter verbreitern die Riemen durch Aneinandnähen einzelner Streifen. Die Nah.fäden liegen nicht fenkrecht auf die Riemenfläche, fondern parallel mit derfelben, indem die Längsfeite jedes Streifens aufgebogen genäht und der Rand wieder deckend niedergedrückt erfcheint, wodurch einer Abnützung von der Scheibe aus vorgebeugt ift.
Ein anderer Riemen beftand aus einem 250 Millimeter breiten Unterriemen, auf welchem ftatt eines einzigen fieben Längsftreifen( an den Rändern genäht, auf den Flächen mit Holzftiften genagelt) befeftigt waren, und fo ein Doppelriemen erzeugt war, welcher infoferne ftärker als ein gewöhnlicher fein kann, als die Stöfse nicht auf die ganze, fondern nur der Breite durchlaufen.
Der Riemen der Derham'fchen Mafchine war II Millimeter dick und 300 breit. Er beftand aus einem Hauptriemen, welcher fowohl oben als unten je 50 Millimeter breite Randftreifen und im mittleren Theile 60 Millimeter breite dicht aneinander fchliefsende Diagonalftreifen trug. Diefe Diagonalftreifen lagen ungefähr unter 45 Grad auf den Riemen und ihre Enden waren unter die Rand ftreifen eingenäht. Diefe waren aufsen mit Pechdraht, dann drei Längsreihen breit mit Holznägeln( 14 Millimeter Abftand) mit dem Unterriemen verbunden, während über die Diagonalftreifen 3 Nähte und 6 Holznagel Reihen der Länge des Riemens hin liefen. Durch diefe Form foll der Riemen ftärker und trotz der dreifachen Lederlage biegfamer und, da er kleinere Lederftücke verwendet, nicht theurer fein als ein Doppelriemen. Er lief auf ebenen( nicht gewölbten) Scheiben.
Guftav Richard Becker in Mühlheim a. d. Ruhr brachte den breiteften Riemen der Ausftellung. Diefer war doppelt, 520 Millimeter breit und trug an den Rändern der Aufsenfeite noch überdiefs je einen Seitenftreifen von 100 Millimeter Breite. Die dreifache Dicke am Rande mafs 20 Millimeter. Diefer doppelte bis dreifache Riemen war mit engen Längsnähten bedeckt.
Gliederriemen, welche ähnlich wie eine Lafchenkette aus ausgeftanzten Lederabfällen hergeftellt werden, find fchon lange bekannt. Solche Riemen laufen wenigftens für den Anfang fehr gerade, ſpannen fich bei fchiefer Uebertragung durch ihr bedeutendes Eigengewicht von felbft und können in beliebiger Breite und dennoch zu ungefähr felbem Preife als Kernleder- Riemen hergeftellt werden. Die Erfte Brünner Mafchinenfabriks- Actien gefellſchaft verwendete einen folchen von 320 Millimeter Breite, der aus je 53 Ledergliedern ( 106 im Stofs) von je 38 Millimeter Länge und 15 Millimeter Höhe beſtand, während die Nutzlänge eines Gliedes, die Entfernung der Bolzen 21 Millimeter betrug Solcher Riemen follen mehrere bereits durch 6 Jahre dauernd- arbeiten.
Der Keilriemen, wie er an der Pickeringmafchine in Verwendung kam, ift bei diefer Mafchine felbft( Seite 18) fammt der zugehörigen Scheibe befprochen und im Mafsitab gezeichnet.