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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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Die Bremfen.

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nach einer continuirlichen Benützung durch eine Stunde fchon beträcht­lich heifs.

Die Straub'fchen Bremfen. Die an den Wafferrädern von Daniel Straub angelegten Bremfen erfchienen für diefe Motoren oder wenigftens für den in der Ausftellung platz greifenden Effect derfelben zu grofs angelegt und liefsen daher keinen directen Einblick in ihre eigene gute Wirkung bei Vollbeanspruchung zu. Was deren Conftruction betrifft, fo beftanden diefe aus einem abgedrehten Rade von 130 Meter Durchmeffer und 130 Millimeter Breite zwifchen den Rändern, auf welche fich oben ein mit angefchraubten Bremswangen verfehener Balken von 18 und( bei einer zweiten Bremfe) von 2.86 Meter Länge legte, von welchem ein Eifenband niederhing, welches unten das Rad umfchlofs.

Diefes Band war mit Holzbacken gefüttert und diefe bedeckten gleich dem oberen Wangen je 1/3 des Umfanges der Scheibe.

Das Spannen der Bremfe gefchah durch zwei Schraubenbolzen, an welchen die beiden Enden des unteren Bandes hingen. Diefe Schrauben gingen durch den Horizontalbalken und konnten mit Muttern angezogen werden, welche je in die Nabe eines Schraubenrades gefchnitten waren und durch die zwei Wurmräder einer gemeinfchaftlichen obenhin laufenden Welle zu drehen waren, welche hinten mit einem Griffrad endete.

Diefe Bremfen nahmen nur ganz kleine Effecte von 2 und von 3 Pferde­stärken auf, mufsten aber dennoch ziemlich ſtark gefpannt werden, nachdem fie mit den kleinen Umdrehungszahlen von 2.63 bis 4.05 per Minute zu arbeiten hatten.

Ich überzeugte mich bei mehreren Verfuchen von der guten Arbeitsweife und führte fie hauptfächlich aus dem Grunde an, weil Straub diefe Conftruction auch für Bremfungen von 150 bis 200 Pferdeftärken verwendet.

Als Mafsftab für die Dimenſionsgebung folch' grofser Bremfen nimmt Straub dabei an, dafs das Bremsrad eine derartige Umfangsfläche befitzen mufs, dafs jede der Breite nach am Bremsrad gedachte Gerade( jede Erzeugende) für jede einzelne zu bremfende Pferdekraft eine Fläche von o o125 Quadratmeter per Secunde zu erzeugen hat. Dabei follen 2/3 des Umfanges von den Backen bedeckt und die Anzugsfchrauben mit unterlegten Spiralen gefedert fein.

Eine Scheibe von 2.8 Meter Durchmeffer und 316 Millimeter Breite foll bei 40 Umdrehungen per Minute 150 bis 200 Pferde anftandslos aufgenommen haben, was nach obigem Mafsftab o 0124 bis 0.02 Quadratmeter gibt.

Walter Zuppinger theilte mir mit, dafs er jüngft 120 Pferde mit einer folchen Scheibe von 1 26 Meter Durchmeffer und 316 Millimeter Breite bei 60 Umgängen bremfte, was, nachdem er nach ähnlichem Mafsftab rechnet, o'0104 Quadratmeter per Pferd und Secunde gibt.

Filipp Meyer in Wien legte auf das Rad feines hydraulifchen Motors eine Bremfe, welche aus einem mit Holzbacken gefütterten Riemen beftand, der zu beiden Seiten belaftet aus der Gewichtsdifferenz die Umfangskraft gab. Bei den geringen Effecten diefes Motors und der hohen Gefchwindigkeit gab fich auch hier keine Schwierigkeit.

Friedrich& Comp. in Wien hatten auf ihrer Mafchine eine hölzerne Bremfe mit hinausragendem Arm ganz einfacher Conftruction, welche nichts Erwähnenswerthes zeigte.

Der Brems Dynamometer von Profeffor Dr. E. Hartig in Dresden, welcher gleichfalls in der Ausftellung war und mit welchem Verfuche vorgenommen wurden, ift bereits länger bekannt, und gehört auch als nicht für

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