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Flächen fteif hielt, und fo der Corrofion vorbeugen follte, die fonft an ähnlichen Stellen zu erwarten fteht. Aber auch das Dichthalten wird erleichtert, wo unbiegfame Stöfse aufeinander treffen.
Die anderen FeuerrohrFlanfchen erfchienen aber mit grofsen Halbmeffern gekrümmt, und ihre bedeutende Anzahl mag wohl jene Verlängerung geftatten, welche folche Rohre verlangen; überdiefs werden mit diefer Verbindungsart auch fämmtliche
J. F. Radinger.
Niethköpfe und Materialhäufungen der Wirkung des erften Feuers entzogen, wie diefs fchon lange bekannt, wenn auch der Koftfpieligkeit halber nicht fehr verbreitet ift.
Die fämmtlichen Niethlöcher wurden angeblich mit den eigens zu diefem Zwecke conftruirten Bohrmaschinen nach dem Biegen der Platten gebohrt, wodurch die Bolzen die nicht verzogenen, fondern genau runden Löcher aufs Befte ausfüllen können, wie man aus einer durchſchnittenen Niethung erfah, welche im Keffelhaufe auflag. Nur waren dort Kupferniethen ftatt der eifernen eingeſetzt, um, durch die Farbendifferenz geleitet, defto beffer zu erkennen, was Niethe war und was Blech.
An bemerkenswerthen Armaturftücken waren diefe Keffel mit je einem Dampfventile verfehen, welches ganz fo wie bei den Galloway- Keffeln mit dem gefchlitzten Sammelrohre ins Innere reichte; dann mit zwei getrennten, direct belafteten Sicherheitsventilen, nach jener bekannten Zeichnung des Mancheſter Keffelvereines, wo das Ventil am oberen Ende eines ziemlich hohen Rohres fitzt, und welches von einem Bügel niedergedrückt wird, an dem die( 9) Belaftungsfcheiben, das Rohr umgebend, hängen. Diefe Belaftungsweife hat aber, abgefehen von der Unbequemlichkeit des Abnehmens und des leicht möglichen Excentrifchwirkens der Ringfcheiben den Hauptnachtheil, dafs das Probelüften defto fchwerer wird, je weiter der Dampfdruck von feiner Grenze entfernt ift. Unter dem rückwärtigen Ventile befand fich noch im Innern des Keffels ein Hebel, an deffen langem Arm ein balancirter Schwimmer hing und deffen Uebergewicht die Ventilplatte mittelft einer Druckftange heben follte, falls das Zutieffinken des Wafferftandes denfelben trocken legte. Auch diefs ift eine wahrfcheinlich oft verfagende Complication.
Ferner trug jedes Feuerrohr ein Meffing- Rohrftück oben auf der zweiten Trommel, auf welches ein Meffinghütchen mit fchmelzbarem Deckpfropfen gefchraubt war, um das Feuer fchon bei einem Tiefwaffer zu löfchen, welches immerhin noch einige Centi, meter ober den Rohren fteht.
Die Schaum- und die Speifewechfel mündeten hier gerade fo wie bei den Galloway- Keffeln vorne, fymmetriích zu beiden Seiten, an der Stirnplatte oben in der Mittel- Wafferhöhe, und jeder war im Innern mittelft eines horizontalen Rohres fortgefetzt. Das Speiferohr hatte der Keffelachfe zugekehrte Schlitze und follte beim Speifen den Wafferfchaum, der die Oberfläche deckt, zur entgegengefetzten Langfeite des Keffeis ftofsen, hinfegen. Dort lag aber das Entfchaumrohr.